Heldenmarkt – Messe für nachhaltigen Konsum

1

Lovis Willenberg und Daniel Sechert sind das Team rund um den Heldenmarkt, einer Messe für nachhaltigen Konsum, die Ausstellern „fair“ produzierter Artikel aller Art eine reale Ausstellungs- und Verkaufs-Plattform in mehreren Großstädten Deutschlands bietet. Sofia Delgado und Birgit Kuhn, die Gründerinnen von muenchen-querbeet.de, sprachen mit Daniel Sechert über das Heldenmarkt-Konzept und ihr tägliches Geschäft.

M-Q: Wer sind die Helden beim Heldenmarkt – Sie als Macher, die Aussteller oder die Besucher?

Sechert: In erster Linie finden wir es heldenhaft, wenn sich Menschen für ihre Ideale und Wertevorstellungen beruflich als auch privat ins Zeug legen und damit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, ohne Geiz-ist-Geil-Mentalitäten, frei von primär kommerziellen Interessen und geprägt durch einen bewussten, rücksichtsvollen Umgang mit den Mitmenschen und unserer Umwelt. Das sind unserer Meinung nach sowohl die Aussteller, die gute und faire Produkte und Dienstleistungen entwickeln und anbieten, als auch die Verbraucher, die sich beim täglichen Einkauf  gegen werbeetatträchtige Marken entscheiden und zum Beispiel auf Herkunft, Qualität und Fairness der Produkte achten.

M-Q: Seit wann gibt es den Heldenmarkt?

Sechert: Der erste Heldenmarkt fand im März 2010 in Berlin statt mit 65 Ausstellern und 3.000 Besuchern.

M-Q: War es schwierig, für die erste Messe genügend Aussteller zu finden?

Sechert: Das Interesse gerade von kleinen Herstellern war von Anfang an da. Oft fehlen für diese Unternehmen die Infrastruktur und das Budget, um ihre Produkte bekannter zu machen. Gleich bei der ersten Auflage war zu spüren, hier geht sprichwörtlich „noch mehr“.

M-Q: Mittlerweile haben Sie einige „Heldenmessen“ in verschiedenen Städten organisiert. Wie ist Ihr Eindruck, erleben Sie überall das gleiche Interesse an nachhaltigen Produkten oder gibt es von Stadt zu Stadt Unterschiede?

Der Heldenmarkt versteht sich als „Messe zum Anfassen“

Sechert: Das ist schwer zu sagen, da neben Berlin erst Stuttgart als zweiter Standort umgesetzt wurde. Ähnlich wie bei der Entwicklung in Berlin, sind zur zweiten Auflage im Schwabenland deutlich mehr Besucher gekommen als noch zur Premiere. Die Standorte Bochum, München und Frankfurt folgen in diesem Jahr – wir sind optimistisch.

M-Q: Utopia.de hat sich als Deutschlands führende online-Plattform für nachhaltigen Konsum etabliert. Welche Akzente setzten Sie mit dem Heldenmarkt als „Messe zum Anfassen“?

Heldenmarkt Stuttgart 2011 ©Foto: Sandra Hermannsen

Heldenmarkt Stuttgart 2011
©Foto: Sandra Hermannsen

Sechert: Genau das ist der Punkt, „zum Anfassen“. Oft sind Produkte erklärungsbedürftig, der Versandhandel via Internet läuft anonym ohne dass Lieferant und Kunde in eine echte persönliche Beziehung treten können. Dem Wunsch vieler Verbraucher, die Hersteller auch persönlich kennenzulernen und die Geschichte der Produkte zu erfahren, kommen Offline-Plattformen wie der Heldenmarkt nach. Für Aussteller ist das gleichzeitig die Chance, die echten Bedürfnisse der Kunden in Erfahrung zu bringen, Vertrauen zu gewinnen und aber auch – ganz einfach formuliert – zu eruieren, warum das blaue T-Shirt öfter bestellt wird als das grüne.

M-Q: Wie hat sich das Geschäft in den letzten zwei Jahren seit Beginn der ersten Messe entwickelt. Sind es jetzt mehr Aussteller und Besucher oder ist es in etwa gleich geblieben?

Sechert: Die Messen sind stetig gewachsen. In Berlin kommen inzwischen mehr als 7.000 Besucher, 161 Aussteller präsentierten sich zuletzt im November. Auch in Stuttgart kamen zur zweiten Auflage mit 3.500 Besuchern mehr als noch im Vorjahr (2.400). Durch die neuen Standorte kommen weitere Unternehmen dazu, die sich primär regional in der Vermarktung positionieren.

M-Q: Wie kamen Sie auf die Idee, so eine Art von Messe anzubieten?

Sechert: Lovis Willenberg hatte die Idee. Als er vor einigen Jahren im Greenpeace-Magazin Turnschuhe aus 99 Prozent recycelten Materialien entdeckte, musste er enttäuscht feststellen, dass diese in Deutschland nicht kaufbar waren. Bereits heute gibt es eine Vielzahl nachhaltiger Produkte, die zum Teil wenig bekannt oder schwer zu bekommen sind. Diese Angebote zusammenzufassen und damit Käufern und Produzenten eine Austauschplattform zu geben, ist das Grundanliegen der Heldenmärkte.

M-Q: Wer sind die Besucher Ihrer Messen? Eher die aufgeklärteren Menschen in Sachen Nachhaltigkeit oder der Normalbürger, der einfach gerne Neues ausprobiert?

Gründungsmitglied Heldenmarkt Daniel Sechert (Foto: privat)

Gründungsmitglied Heldenmarkt
Daniel Sechert
(Foto: privat)

Sechert: Unsere Erfahrungen, Feedbacks der Aussteller sowie Ergebnisse der Besucherbefragungen die wir regelmäßig durchführen bestätigen unseren Besuchern ein starkes Interesse an nachhaltigen Themen, gute bis sehr gute Vorkenntnisse und eine signifikante Bereitschaft, auch mehr Geld für einen bewussten Konsum auszugeben. Aber natürlich richten sich unsere Angebote gleichwohl an Einsteiger, die sich Impulse holen möchten und noch Informationsbedarf haben. Zum Heldenmarkt kommen nahezu alle Altersgruppen, Junge, Ältere, Familien, quer durch alle Einkommensschichten. Wir konnten bisher nicht erkennen, dass sich nur eine bestimmte Zielgruppe ausmachen lässt. Letztlich betrifft es ja uns alle.

M-Q: In Berlin haben Sie erstmals den „Marktplatz regionaler Bio-Vielfalt“ in Kooperation mit dem Förderverein ökologischer Landbau (FÖL) auf Ihrer Messe präsentiert. Gehört das zu Ihrem Konzept, in den jeweiligen Städten regionale Anbieter vorzustellen?

Sechert: Ja, in der Regel kommen gut zwei Drittel der Aussteller aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet des Veranstaltungsortes. So werden wir auch in München analog zu Berlin einen Marktplatz regionaler Bio-Vielfalt realisieren, Partner ist hier die LVÖ Landesvereinigung des ökologischen Landbaus Bayern.

M-Q: Am 16. und 17. März 2013 werden Sie, wie bereits erwähnt, erstmals in München im Postpalast einen Heldenmarkt veranstalten. Was erwartet dort die Besucher? Haben Sie schon konkrete Aussteller-Zusagen?

Gründungsmitglied Heldenmarkt Lovis Willenberg (Foto: privat)

Gründungsmitglied Heldenmarkt
Lovis Willenberg
(Foto: privat)

Sechert: Ja, die Nachfrage ist bisher sehr gut, rund 60 bis 70 Aussteller aus den Bereichen Fairer Handel, Grüne Mode, Erneuerbare Energien, Ethische Geldanlagen und alternativer Mobilität werden zur ersten Auflage dabei sein. Im Programm sind verschiedene Vorträge und Workshops geplant, auch eine Grüne Modenschau sowie Aktionen für „kleine Helden“ wird es geben. Ab Anfang März werden das Programm sowie die Ausstellerliste veröffentlicht.

M-Q: Herr Sechert, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Über Lovis Willenberg:

Lovis Willenberg – Gärtner, Landschaftsplaner, DJ – verfolgt die große Mission eines Lebensstils mit gesellschaftlichem, ökologischem und sozialem Engagement.  Als DJ und Inhaber eines Plattenladens lernte er es Menschen zu begeistern. Beim Heldenmarkt bringt er beides zusammen.

Über Daniel Sechert: 

Daniel Sechert studierte Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing und Umweltmanagement. Seit 12 Jahren organisiert er Fach- und Publikumsmessen u.a. für die Messe Dresden und die Landesmesse Stuttgart.

Kontakt:  

Forum Futura UG (haftungsbeschränkt)
Heldenmarkt – Messe für nachhaltigen Konsum
Choriner Str. 33
10435 Berlin

T 030/ 25201937
M 0151/51959886
F 030/ 25201951

M treffpunkt@heldenmarkt.de
www.heldenmarkt.de

Teilen.

Kommentar hinterlassen.