Schnibbelparty – Aktion gegen Lebensmittelverschwendung

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Schnibbelparty – Aktionen wie diese möchten im öffentlichen Raum VerbraucherInnen auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen und nebenbei Lebensmittel retten. Am 27. August findet in München eine große Schnibbelparty mit gemeinsamem Kochen auf dem Stachus statt. Wir haben mit Anna von der Organisation der Schnibbelparty gesprochen.

M-Q: In München gibt es bereits Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung, z.B. Foodsharing. Welchen Sinn und Zweck hat vor diesem Hintergrund eine groß angelegte Schnibbelparty?

Anna: Wir wollen mit der Aktion sowohl interessierte, als auch solche Menschen erreichen, die sich mit dem Thema Lebensmittelverschwendung noch nicht bewusst auseinandergesetzt haben. Die meisten wissen zwar um das Problem, aber vielen ist nicht bewusst welche Mengen tatsächlich weggeworfen werden. Allein in Bayern gehen etwa 1,3 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verloren, das hat eine Studie der Universität Stuttgart und des Kompetenzzentrums für Ernährung (KERN) ergeben.
Deswegen wollen wir möglichst viele Menschen informieren und natürlich zeigen, dass es so nicht sein muss. Denn jeder kann mit kleinen Schritten dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden, da fängt es schon bei der richtigen Lagerung von Lebensmitteln an.

Schnibbelparty - das Gemüse wird für das Kochen vorbereitet (Foto: Ben Brücklmeier)

Schnibbelparty – das Gemüse wird für das Kochen vorbereitet (Foto: Ben Brücklmeier)

M-Q: Woher bezieht Ihr die Lebensmittel für die Schnibbelparty am 27. August?

Anna: Die Lebensmittel kommen von Foodsharing. Also gerettete Lebensmittel, die, obwohl sie noch einwandfrei sind, der Handel wegwerfen würde, weil sie nicht mehr den perfekten Vorstellungen entsprechen, die wir vermeintlich von unseren Lebensmitteln haben. Zusätzlich bekommen wir von Etepetete und Querfeld Gemüse, welches es aufgrund von Schönheitsfehlern nicht in den normalen Handel schafft.

M-Q: Wie viele und welche Lebensmittel werden auf der Schnibbelparty am Stachus verarbeitet?

Anna: Das ist schwer vorherzusagen, aber wir rechnen mit insgesamt etwa 500 kg Gemüse. Es wird also einen leckeren Gemüseeintopf geben.

Jeder kann bei der Schnibbelparty am Stachus mitmachen – ohne Voranmeldung!

M-Q: Findet die Schnibbelparty am Stachus unter freiem Himmel statt? Wenn ja, wie sieht es mit der Hygiene bei der Zubereitung der Lebensmittel aus?

Anna: Die Infostände, die Bühne, das Kinderschminken, auch das Essen und Trinken sind Open Air. Der eine Teil der Party ist also draußen und es kann von allen mitgefeiert werden. Das Schnibbeln und Kochen wird dann aber in einem extra dafür aufgestellten Zelt stattfinden. Zur jeweils vollen Stunde können sich dann die Schnibbler*innen dort treffen. Dort bekommen sie eine Hygienebelehrung, die von vom Gesundheitsamt geschulten Personen vor Ort durchgeführt wird – Handschuhe, Hauben und Schürzen und los geht’s mit einer Stunde schnibbeln! Danach wechseln die Schnibbelteams. Also wer mitschnibbeln will kommt zur vollen Stunde ans Zelt. Wir haben Platz für 12 Schnibbeler*innen pro Runde, Essen dürfen aber alle!

M-Q: Wer kann bei der Schnibbelparty mitmachen?

Anna: Wirklich jeder kann mitmachen! Man kann ohne Voranmeldung jederzeit vorbeikommen, mitmachen, sich informieren oder einfach nur bei Musik Essen genießen. Auch für Kinder gibt es ein gemüseinspiriertes Kinderschminken.

M-Q: Rund um die Schnibbelparty gibt es ein Veranstaltungsprogramm für den 27.08. auf dem Stachus. Was sind die Höhepunkte?

Lecker - alles ist vorbereitet für den Salat (Foto: Fabian Norden)

Lecker – alles ist vorbereitet für den Salat (Foto: Fabian Norden)

Anna: Die Höhepunkte für mich sind unsere Gäste, die aus ihrer Sicht über das Thema Lebensmittelverschwendung berichten. Da ist zum einen Miriam Kronester von Foodsharing um 16:15 Uhr und Claudia Ruthner, die ihre EU-weite Petition gegen das Wegwerfen im Einzelhandel vorstellt. Um 17:00 Uhr stellt Anna Maier vom Kartoffelkombinat das Thema aus Sicht der Solidarischen Landwirtschaft dar. Später um 18 Uhr berichtet Günther Langer wie mit der Thematik bei der Abfallwirtschaft München umgegangen wird und um 19 Uhr zeigt uns Marlies Olberz von FIAN, die globalen Zusammenhänge von Labensmittelverschwendung. Jeder Beitrag dauert ca. 20 Minuten und es ist schon toll über den Tag verteilt so viele Eindrücke zu bekommen.

M-Q: Die Lebensmittelverschwendung eindämmen – das ist die Botschaft der Schnibbelparty. Was sind deine persönlichen Tipps und Erfahrungen dazu?

Anna: Der Großteil der Lebensmittelverschwendung passiert daheim, deswegen kann jeder Einzelne viel verbessern. Es hilft seine Mahlzeiten gut zu planen und dementsprechend nur das einzukaufen, was man auch wirklich braucht. Außerdem kann man mit der richtigen Lagerung viel länger etwas von seinen Lebensmitteln haben. So sollte man zum Beispiel Tomaten, Gurken und andere wässrige Gemüsearten nicht im Kühlschrank lagern, sondern lieber an einem kühlen schattigen Platz, ideal sind 15 °C. Weitere Tipps und Tricks sind auch auf unserer Website www.schnibbelparty.de zu finden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Information und Kontakt:
Initiative gegen Lebensmittelverschwendung
Brunnbachlweg 17b
85774 Unterföhring

Vertreten durch: Nelly aus der Schmitten
E-Mail: nelly@schnibbelparty.de

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