Seit 1992 „tourt“ die Wanderbaumallee von Green City e.V. durch München. Das Ziel: München soll grüner werden! Birgit Kuhn, Mitgründerin von muenchen-querbeet.de, war beim Umzug der Wanderbaumallee vom südlichen Bahnhofsviertel in die Maxvorstadt dabei und hat mit Gaby Kourkgy, die bei Green City e.V. im Bereich Stadtgestaltung und Umweltbildung tätig ist und das Projekt „Wanderbaumallee“ leitet, gesprochen.
M-Q: 20 Jahre Wanderbaumallee. Wie hat die Wanderbaumallee München verändert?
Die Wanderbaumallee hat geholfen, München grüner zu machen! Sie ist seit jeher ein sympathisches Projekt, das sein Augenmerk auf die vergessenen grauen Straßenzüge Münchens lenkt. Die Themen Begrünung durch Bäume und Fassadenbegrünung stehen dabei im Vordergrund. Die Stimmen nach Begrünung haben durch die Wanderbaumallee einen Namen und Fürsprecher bekommen. Die Wanderbaumallee motiviert zur Nachahmung und sorgt in den Bezirksausschüssen für Aufmerksamkeit. Nach dem Abzug der Wanderbaumallee wurden in München bereits über 160 Bäume gepflanzt und mehrere Bürgerinitiativen unterstützt und gegründet, die sich für Begrünung in ihrem Viertel einsetzen.
M-Q: Die Wanderbaumallee ist ideal, um zu testen, wie eine Straße mit Straßenbäumen „funktioniert“. Wie können sich Bürger, die sich mehr Grün in ihrer Straße wünschen, um die Aufstellung der Wanderbaumallee bewerben?
Bürger, die sich die Wanderbaumallee in ihrer Straße wünschen, können uns kontaktieren und Green City e. V. prüft dann, ob eine Aufstellung Sinn macht. Wir bekommen jedes Jahr viele solcher Anfragen. Gründe dafür sind u. a., weil dort einfach Bäume fehlen, der Straßenverkehr und parkende Autos zu viel Platz wegnehmen und die Anwohner sich mehr Aufenthaltsqualität in ihrer Straße wünschen. Gute Chancen für die Wanderbaumallee haben Straßen mit vielen Passanten, um möglichst viel Öffentlichkeit zu erreichen, ausreichend breiten Gehwegen (mind. 2,60m) und engagierten Anwohnern bzw. Geschäftsleuten, die die Bäume gießen.
M-Q: Wie lange bleiben die Wanderbäume an einem Standort? Wer kümmert sich in dieser Zeit um sie?
Die Wanderbäume bleiben in der Regel ca. 6 Wochen an einem Standort. Im Vorfeld sucht Green City e. V. unter den Anwohnern und Geschäftsleuten Gießpaten, die die Bäume jeden Tag morgens und abends gießen.
M-Q: Was geschieht mit den Bäumen im Anschluss an eine Wanderbaum-Aktion?
Im Regelfall zieht Green City e. V. die Bäume weiter zum nächsten Standort. Da die Bäume nur von Anfang Mai bis Mitte September auf der Straße stehen, also während sie beblättert sind, überwintern sie am Ende der Saison in der städtischen Gärtnerei in Laim, wo sie eine hervorragende Pflege erhalten.
M-Q: Welche Baumarten werden bei der Wanderbaumallee aufgestellt?
Die Wanderbaumallee besteht ausschließlich aus einheimischen Bäumen: Eschen, Ebereschen, Vogelkirschen, Spitzahorn, Hainbuche, Kastanien, Weißdorn, Rotdorn und Birken.
M-Q: Urban Gardening und Urban Farming sind Themen, bei denen sich Green City e.V. ebenfalls engagiert. Warum haben Sie bislang noch keine Obstbäume zum Selberernten bei der Wanderbaumallee verwendet?
Das ist keine schlechte Idee! Mit einem Gärtner müssten wir nur noch abstimmen, ob Obstbäume widerstandsfähig genug für die Wanderbaumallee sind, die ja während der Saison einem gewissen Umzugsstress ausgesetzt sind.
M-Q: Was planen Sie für die Zukunft? Können Sie sich vorstellen, „probehalber“ mit einem mobilen Pflanzkonzept auch Innenhöfe zu begrünen?
Für die Wanderbaumallee gibt es noch so viele öffentliche Orte in München, die auf ihren Besuch warten. Im Rahmen der Wanderbaumallee sind private Hinterhöfe deswegen erstmal nicht vorgesehen. Sollten sich Anwohner finden, die ihren Hinterhof begrünen wollen, ließe sich da aber wahrscheinlich im Rahmen der Guerilla Gärtner eine Aktion organisieren. Die Finanzierung und das Engagement müssten von Seiten der Anwohnern kommena, Green City e. V. könnte anfangs mit Erfahrung und Ehrenamtlichen unterstützen.
M-Q: Die Wanderbaumallee in München ist ein Erfolg. Gibt es Nachahmer in anderen Städten Deutschlands und außerhalb Deutschlands?
Bisher ist uns ein „Nachahmer“ bekannt: Letztes Jahr haben die Wirtschaftsjunioren Augsburg sehr zügig eine Wanderbaumallee in ihrer Stadt auf die Beine gestellt mit den gleichen Anliegen: Nachhaltigkeit, Begrünung und Aufenthaltsqualität. Anfragen erhielten wir aus weiteren deutschen Städten, so wie auch eine aus Montreal. Wir freuen uns immer sehr, wenn andere Organisationen das Konzept aufgreifen wollen!
Frau Kourkgy, wir danken Ihnen für das Gespräch!
Über Green City e.V.
Green City e. V. gründete sich vor mehr als 20 Jahren als gemeinnütziger Verein. Heute ist der Verein nach eigenen Angaben die größte Umweltschutzorganisation der bayerischen Landeshauptstadt. Kernziele von Green City e.V. sind nachhaltige Stadtgestaltung, Mobilität und Energie. Zu den wichtigsten Tätigkeitsfeldern des Vereins gehören Bürgeschaftliches Engagement und Umweltbildung: Die Wanderbaumallee gehört zu den zentralen Projekten in diesen Bereichen. Green City e. V. ist Preisträger des award of change in Gold und trägt das Qualitätssiegel Umweltbildung.Bayern. Ferner ist Green City e. V. ist offizielle Einrichtung der Weltdekade 2012/2013.
Tipp: Aktuell ist die Wanderbaumallee in München-Schwabing in der Heßstraße/Augustenstraße bis zum 12. September zu Gast. Dort ist sie Teil des geplanten Natur- Kultur-Pfades durch München, einem Projekt des Vereins Urbanes Wohnen e.V.
Information und Kontakt:
Green City e.V.
Goethestr. 34 / Rgb. (4.)
80336 München
E-Mail: buero[at]greencity.de
Tel. (089) 89 06 68 – 0
Fax (089) 89 06 68 – 66
Ansprechpartnerin für die Wanderbaumallee:
Gaby Kourkgy
gaby.kourkgy@greencity.de
Te.: (089) 89 06 68 -53
Internet: www.greencity.de



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