Naturkunst ist die Symbiose von Natur und Kunst

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Foto:  Botanikum Heinrich BunzelDie Natur liefert alles, um im wahrsten Sinne des Wortes „große“ Kunst zu entwerfen. Mit in der Natur vorkommenden Stoffen und Elementen gestaltet Heinrich Bunzel Wiesen und Flächen und erschafft so einmalige Kunstwerke. Sofia Delgado und Birgit Kuhn, die Gründerinnen von muenchen-querbeet.de, haben mit den Gärtnereibetreiber und Künstler Heinrich Bunzel über seine Affinität zur grünen Kunst gesprochen.

 M-Q: Sie schaffen großdimensionierte Kunstwerke in der Natur und aus der Natur. Haben Sie ein besonderes Thema, das Sie gerne umsetzen?

Bunzel: Die Themen für meine Naturkunstprojekte ergeben sich aus dem vorgesehenen Ort (z.B. eine Hügellandschaft bei Genius Loci ) oder aus den Entwürfen der Kunden z. B. (Werbeagenturen oder ein Mariengarten im Wallfahrtsort Groß Gmain).

M-Q: Wie kamen Sie dazu, sich mit dem Thema großdimensionierter „Landart“ zu beschäftigen?

Bunzel: Bei einem Rückflug sah ich beim Anflug in München von oben die verschiedenen Felder und Flächen. Als Gärtner und Kreativer entstand 1992 die Idee, die Landschaftsbilder erstmalig weltweit zur Eröffnung vom Flughafen München FJS-  in der Einflugschneise vom Flughafen München zu säen und zu gestalten.

M-Q: Kunst aus und mit der Natur erfordert ein anderes Vorgehen als mit Papier und Pinsel zu arbeiten. Ihre Kunst lebt hauptsächlich aus der Dreidimensionalität. Wie plant man ein Naturkunstwerk und worauf kommt es dabei an?

Bunzel: Das Wissen über Saattermine, Wachstumsentwicklung, Blütezeit, Verfärbungen im Vegetationszyklus Reifestadium sowie Kenntnisse über die Bodenbeschaffenheit des geplanten Feldes, sind die Voraussetzung für ein Gelingen der Projekte.

M-Q: Eignet sich jedes Feld und jede Feldfrucht für die Erschaffung eines Kunstwerkes?

Bunzel: Prinzipiell lässt sich jedes Feld entsprechend bewirtschaften, aber nur spezielle Feldfrüchte sind für die Gestaltung verwendbar. Besonders geeignet sind Weizen, Gerste, Raps, Phacelia, Mohn etc.

M-Q: Wie lange hält sich in der Regel solch ein grünes Kunstwerk?

Bunzel: Circa drei bis sechs Monate ist das Feld sichtbar. Im Vegetationszyklus wechselt – je nach Feldfrüchten – das Bild bzw. die Farbe. Bei der Verwendung mit anderen Naturmaterialien ist das Feld auch sehr viel länger sichtbar.

M-Q: Wie lange arbeiten Sie an einem Naturkunstwerk im Schnitt?

Bunzel: Von den ersten Entwürfen bis zur Fertigstellung des Projektes vergehen ca. sechs bis zwölf Monate, abhängig von der Größe des Projekts und abhängig vom Aussaat-Termin der unterschiedlichen Feldfrüchte und den unterschiedlichen Ideen und Vorgaben.

M-Q: Wer sind Ihre Auftraggeber?

Bunzel: Die Auftraggeber sind hauptsächlich aus der freien Wirtschaft, aber auch Verbände wie z.B. Tourismusverbände oder Privatpersonen. In Zukunft auch über die sozialen Netzwerke.

M-Q: Planen Sie in naher Zukunft wieder ein großes Werk in freier Natur?

Foto: Heinrich Bunzel Botanikum

Begrünung eines Flugzeugträgers

Bunzel: Es sind im Moment zwei sehr interessante Projekte in Planung – die sind im Moment aber noch geheim. Was ich verraten kann: Die Begrünung eines Kriegsschiffs ist in Arbeit.

M-Q: Neben Ihrer künstlerischen Arbeit betreiben Sie in München-Moosach mit Ihrer Frau das Botanikum, eine Mischung aus Ateliers und Gärtnereibetrieb. Was erwartet Besucher des Botanikums?

Bunzel: Die Besucher erwartet  hier im Botanikum ein wunderbares mediterranes Ambiente mit künstlerischem Flair. Verschiedene Glashäuser, die sowohl von Künstlern als auch als Event-Location im Grünen genutzt werden. Um sich ein Bild über das Botanikum zu machen, klicken Sie auf unsere Website: www.botanikum.com – hier gibt es jede Menge Informationen und Fotos über das Gelände, alle Naturkunstprojekte und Tätigkeiten.

Vielen Dank für das Interview!

Kurzbiografie

@Foto: Heinrich Bunzel

Heinrich Bunzel

Heinrich Bunzel wurde 1950 in München geboren. Er studierte in Deutschland und Italien Kunstgärtnerei. 1985 eröffnete er in München das Botanikum. Ein Areal mit Künstlerateliers, Ausstellungen und Events, mediterrane Pflanzen, Pflanzenverleih, Pflanzenpension und Gewächshäuser für Botaniker. Heinrich Bunzel inszeniert Theater- und Artfieldprojekte, beteiligte sich an Präsentationen (u.a. für BMW Mini) sowie Ausstellungen und gewann 2004 den CONTRAST AWARD, den Preis für beste Außenwerbung.

Kontakt: 

Botanikum GmbH & Co KG

Feldmochinger Straße 75-79
D-80993 München

Tel. +49-(0)89-1411715
Fax +49-(0)89-1493672
Mail: bunzel@artfield.de
Web: http://www.botanikum.de

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