Buch-Tipp: »Essbare und giftige Wildpflanzen«

2

Foto: Ulmer VerlagEssbare und giftige Wildpflanzen, von Bruno P. Kremer, 190 Seiten., Klappenbroschiert., reich bebildert, Eugen Ulmer KG 2014. ISBN 978-3-8001-7989-3. EUR 9,90

Vieles, was in der Natur wächst, ist essbar. Doch immer weniger Menschen, vor allem Stadtbewohner, kennen sich  mit Pflanzen aus und können sie richtig bestimmen. Manche Gewächse, wie der Bärlauch und das Maiglöckchen, ähneln sich sehr, können bei einer Verwechslung aber fatale Folgen für die Gesundheit haben. Der Genuss des Maiglöckchens ist im Gegensatz zum Bärlauch hoch giftig. Das Buch „Essbare und giftige Wildpflanzen“ von Bruno P. Kremer hilft unerfahrenen Naturliebhabern zuverlässig bei der Bestimmung der Wildpflanzen.

Der Naturführer gehört zu der Sorte Buch, das auf dem ersten Blick den Eindruck vermittelt: Hier nimmt dich ein Profi bei der Hand! Und das tut es auch. Der Autor Bruno P. Kremer studierte Biologe und Chemie und  lehrte am Institut für Biologie an der Kölner Universität. Er veröffentlichte bisher zahlreiche erfolgreiche Natursach- und -erlebnisbücher.

Foto: Sofia Delgado

Beschreibung wichtiger Pflanzenbegriffe.
Foto: Sofia Delgado

So wundert es nicht, dass der Wildpflanzenführer sehr gut strukturiert ist und durch schöne farbige Bilder besticht. Der gut durchdachte, einfache Aufbau des Buches lässt kaum eine Frage offen und macht die Lektüre zu einem wertvollen Pflanzenführer.
Wer die erste Seite aufschlägt versteht sofort, warum. Eine Klappenbroschur gibt bereits im Innenteil eine kleine Einführung in die wichtigsten Begriffe der Pflanzen. Vorgestellt werden Blattränder, Blattstellungen, Blattformen, Blattteilungen, Blütenstände und Blüte. Das alles wird anhand von bunten Zeichnungen und Begriffen kurz vorgestellt. Die  Außenseite der Umschlagsseite hat der Autor dazu genutzt, die Legende unterzubringen. Es gibt zwei Gruppen: Beeren, Früchte und Nüsse bilden die erste Gruppe  und Wildkräuter die zweite. Um es den Leser noch einfacher zu machen, sind die Früchte der ersten Gruppe  nach Fruchtfarben eingeteilt. Zur schnelleren Orientierung wiederholt sich die Einteilung der Farben an den äußeren Seitenrändern des Buches. So ist das Aufschlagen des gewünschten Kapitels schnell getätigt. Die zweite Gruppe ist mit dem selben Prinzip nach Blütenfarben eingeteilt.

Ebenfalls im Innenteil der Klappenbroschur unterhalb der Legende befindet sich eine Zeichenerklärung, dessen Symbole wie Erntezeit, Giftigkeit, Blütezeit etc. sich jeweils am Seitenende jeder Pflanzenbeschreibung, diese anhand der zutreffenden Symbole noch genauer bestimmt.

Foto: Sofia Delgado

Sammelkalender der Pflanzen.
Foto: Sofia Delgado

Auch die letzte Seite der Klappenbroschur enthält im Innenteil einen Jahreskalender der
zuvor beschriebenen Pflanzenarten. Der als Balkendiagramm wiedergegebene Kalender bildet farbig die Blühmonate der Pflanzen ab, wobei diese nach Früchte-  Blüte- und Blättervorkommen unterteilt sind. Sinnvoll im Kalender ist auch die jeweilige Seitenangabe der besprochenen Pflanze im Buch.

Einführend, aber nicht langweilig: Sammeln, Gift und Rezepte

Foto: Sofia Delgado

Informative Pflanzenbeschreibungen und gute Bilder. Foto: Sofia Delgado

Die ersten acht Seiten sind einführend und geben wertvolle Tipps zum Sammeln. Sie werden am Ende des Kapitels als 10 goldene Regeln noch einmal zusammengefasst. Die darauffolgende Seite beschäftigt sich mit dem wichtigen Thema Gift. Denn gerade bei Wildkräutern können, sofern die Kenntnisse nicht ausreichend sind, schnell Verwechslungen der Pflanzen erfolgen. Deshalb hat der Autor sicherheitshalber die Giftnotrufnummer in der Signalfarbe rot markiert und durch einen Rahmen im Text hervorgehoben, was sehr sinnvoll erscheint.

Es folgen fünf Seiten Basisrezepte, wie Wildkräutersuppen, Wilkräuteröl, Wildfruchtsaft oder Wildkräutersalate. Zu jedem Rezept gibt der Autor ergänzende Tipps. Die Rezepte sind farbig abgesetzt und mit Mengenangaben zum Nachkochen. Bilder lockern das Kapitel auf.

Kapitel Beeren, Früchte, Nüsse und Wildkräuter

Der größte Teil des Buches ist mit über 100 Seiten den Beeren, Früchten und Nüssen gewidmet. In der Regel stellt Kremer pro Seite eine Pflanze vor. Knapp die Hälfte der oberen Seitenhälfte ist für die Abbildung reserviert. Die Foto sind farbig und sehr nah aufgenommen. So kann der Leser sich ein genaues Bild der besprochenen Pflanze machen. Die Inhalte zu jeder Pflanze sind immer nach den selben Prinzip geordnet. Zuerst werden die Merkmale besprochen. Es folgen die Begriffe „wo zu finden“, „wie verwenden“ und „wissenswertes“. Bei einigen Pflanzen zusätzlich der Punkt „Verwechslung“. Die aufgezählten Punkte werden jeweils kurz und prägnant aufgearbeitet. Am Ende der Seite folgt die bereits beschriebene Bilderlegende. Inhaltlich orientiert sich der Autor an häufig in der Natur vorkommenden Beeren, Früchten, Nüssen und Wildkräutern, was auch Sinn macht, denn viele Leser wollen sich mit Sicherheit auf die Suche nach den beschriebenen Pflanzen machen oder sie gar selbst anbauen. So begegnen wir unter den essbaren Früchten der Brombeere, dem Sanddorn, der Kartoffel-Rose und dem Nelkenwurz. Manch einer wird dank des Buches zum ersten Mal erfahren, wie die Pflanze heißt, die ihm beim Spaziergang schon mehrmals aufgefallen ist.

Die Wildkräutern werden nach demselben Prinzip wie die Beeren, Früchte und Nüsse beschreiben. Auch gilt das selbe Ordnungsprinzip bezüglich der Informationen. Allerdings umfasst das zweite Kapitel mit knapp 70 Seite etwas weniger Inhalt als das Erste.

Positiv fällt auch auf, dass der Autor bei den einzelnen Pflanzenvorstellungen ein passendes Rezept oder einen wichtigen Hinweis einfügt, wenn es sich anbietet.

Fazit: Ein kleines handliches Buch, geballt mit viel Wissen über essbare und giftige Wildpflanzen, dass hervorragend geeignet ist, sich schnell einen guten Überblick über die uns umgebende Natur zu verschaffen. Der günstige Preis von 9,90 Euro erfreut zusätzlich!

Neugierig geworden? Hier gleich bestellen:

Teilen.

2 Kommentare

    • delgado

      Der Titel „Essbare und giftige Wildpflanzen“ wurde in der zweiten Auflage mit einem neuen Umschlag optisch modernisiert. Zudem wurden die Buchtipps im Serviceteil auf S. 186 um fünf weitere Titel ergänzt.

      Sofia Delgado, Redaktion muenchen-querbeet.de

Kommentar hinterlassen.