München – Stadt der Bienen?

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Honigverkostung bei "München summt!" (Foto: Birgit Kuhn)In München ist, so aktuelle Meldungen in der Presse, ein Bienen-Boom ausgebrochen: Immer mehr Münchner imkern in ihrer Freizeit und produzieren ihren eigenen Honig. Gleichzeitig machen Meldungen vom Bienensterben die Runde. Wie steht es wirklich um die Bienen und was ist dran an dem Imker-Boom in der Stadt?
Birgit Kuhn und Dr. Sofia Delgado, die Gründerinnen von muenchen-querbeet.de, haben mit Sigrun Lange und Ralf Armbrecht von München summt!
gesprochen.

M-Q: Herr Armbrecht, sind Ihre Bienen gut über den Winter gekommen?

Ralf Armbrecht: Der Winter ist ja, trotz kalendarischem Frühlingsanfang, leider immer noch nicht vorbei. An den wenigen schönen Tagen, die es in diesem Jahr bisher gab, habe ich die Bienenvölker auf dem Gasteigdach besucht. Die Temperaturen waren über 10 Grad, die Sonne schien auf die Kästen und die Bienen sind geflogen. So wie sich die Bienen wahrscheinlich freuten, dass sie ihre Behausung nach so langer Zeit endlich wieder verlassen konnten, so habe ich mich als Imker gefreut, dass zumindest bis zu diesem Zeitpunkt kein Volk eingegangen war. Aber nun ist es wirklich an der Zeit, dass die Kälteperiode aufhört.

M-Q: Bienenhaltung in der Großstadt ist derzeit ein großes Thema. Wie erklären Sie sich den Boom? Ist es nur ein Medien-Hype oder steckt mehr dahinter?

In der virtuellen Informationsgesellschaft steigt die Sehnsucht nach Natur (Foto: Sigrun Lange)

In der virtuellen Informationsgesellschaft steigt die Sehnsucht nach Natur (Foto: Sigrun Lange)

Sigrun Lange: Ich persönlich glaube, dass gerade bei Stadtmenschen eine neue Sehnsucht nach Natur entstanden ist. Viele von uns wachsen auf, ohne selber im familieneigenen Garten Gemüse anzubauen, Unkraut zu jäten, Tiere zu halten oder im benachbarten Wald auf Bäume zu klettern. Die heutige Informationsgesellschaft bewegt sich immer mehr im virtuellen Raum und entfernt sich von der eigentlichen Natur der Dinge. Derzeit entsteht eine Gegenbewegung, eine wachsende Gruppe von Menschen, für die es wieder attraktiv scheint, auch mitten in der Stadt Natur zu erleben. So interessieren sich plötzlich viele jungen Menschen beispielsweise für das Gärtnern in der Stadt oder eben für die Bienenhaltung, die lange Zeit als eher verstaubtes Hobby von eingefleischten Vereinsmeiern galt. Wie lange der Trend anhalten wird, ist natürlich schwer zu sagen, aber ich hoffe, dass dieses neue Interesse an Natur und bunter Vielfalt auch im urbanen Bereich noch lange anhalten wird.

Ralf Armbrecht: Dem kann ich nur zustimmen. Die Menschen sind dabei, sich die Stadt zurückzuerobern. Die Stadt ist nicht nur der Ort, an dem man wohnt und zur Arbeit geht, um dann am Wochenende aus der Stadt heraus in die Natur zu fahren. Die Stadt selbst ist nicht nur Kultur- sondern auch Naturraum. Mittlerweile ist die Biodiversität in der Stadt schon größer, als im landwirtschaftlich genutzten Raum und in Umweltschutzgruppen und Garteninitiativen engagieren sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger, um unsere Stadt noch lebenswerter zu machen. München summt! sieht sich dabei als ein Steinchen in diesem bunten Mosaik.

M-Q: Laut Hallo München, Ausgabe von Mittwoch, 13. März, gibt es in München aktuell, also im Frühjahr 2013, 1.200 Freizeit-Imker. Können Sie diese Zahl bestätigen?

Seit 2011 imkert Ralf Armbrecht am Dach des Gasteigs (Foto: Sigrun Lange)

Seit 2011 imkert Ralf Armbrecht am Dach des Gasteigs (Foto: Sigrun Lange)

Sigrun Lange: Laut Harald Weiß, Hobbyimker und Kassenwart im Imker Kreisverband München Stadt und Land gibt es in München (inkl. Landkreis) etwa 1.000 Imker mit ca. 4000 Bienenvölkern. Eine genaue Aufteilung zwischen Stadtgebiet und Landkreis ist nicht möglich. Die überwiegende Mehrheit der Bienenhalter imkert in der Freizeit.

Wenn man also davon ausgeht, dass von der genannten Zahl vielleicht die Hälfte der Imker in München wohnt, dann entspricht das ungefähr der Zahl von Imkern, die es in Berlin gibt. Das scheint auf dem ersten Blick recht viel zu sein, allerdings hat im Vergleich die Stadt und der Landkreis Rosenheim deutlich mehr Imker und Bienenvölker.

M-Q: Wer darf sich „Imker“ nennen? Ist die Bezeichnung an bestimmte Voraussetzungen geknüpft?

Ralf Armbrecht: „Imker“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder der Bienen hält ist Imker und darf sich auch Imker nennen. Es gibt zwar eine Ausbildung zum Tierwirt mit Fachrichtung Bienenhaltung, aber die meisten Imker in Deutschland sind Hobbyimker und haben ihre Kenntnisse in einem Imkerverein erworben.

M-Q: Sind alle, die sich in ihrer Freizeit mit dem Imkern befassen, genügend qualifiziert und können eine fachgerechte Versorgung der Tiere sicherstellen?

Bienen lieben nektar- und pollenreiche Pflanzen (Foto: Sigrun Lange)

Bienen lieben nektar- und pollenreiche Pflanzen
(Foto: Sigrun Lange)

Ralf Armbrecht: Es ist zwingend notwendig, dass man die notwendigen Kenntnisse im Rahmen eines Imkerkurses erwirbt, z.B. bei einem der 7 Münchner Imkervereine, und dann am besten mit Unterstützung eines erfahrenen Imkers mit der Bienenhaltung beginnt. Die Imkervereine sind bemüht, jedem Jungimker einen „Imkerpaten“ an die Seite zu stellen.

Es gibt kein Schema-F für die Bienenhaltung. Jedes Bienenvolk ist etwas anders und man braucht Zeit, um ein Gefühl für das Imkern und die Bienen zu bekommen, da ist es sehr hilfreich, wenn ein erfahrener Imker einem erklären kann, was dort in dem Bienenvolk gerade passiert.

Ohne die notwendigen Kenntnisse, würden die Bienenvölker nach einiger Zeit eingehen. Seitdem in den siebziger Jahren die Varroa-Milbe aus Asien eingeschleppt wurde, ist es erforderlich, dass der Imker regelmäßig die Milbendichte im Bienenstock sachgerecht reduziert. Wie bei jeder Tierhaltung übernimmt man auch bei der Imkerei Verantwortung gegenüber den Tieren. Nur weil es gerade „in“ ist, sollte sich niemand Bienenvölker zulegen. Wer es aber verantwortungsvoll tut, bekommt einen faszinierenden Einblick in eine ganz andere Lebensform.

M-Q: München zählt zu den Städten Deutschlands, die am dichtesten besiedelt sind. Entsprechend rar sind Grünanlagen. Trotzdem, so heißt es, geht es den Bienen in der Stadt besser als auf dem Land. Wie stehen Sie zu dieser Einschätzung?

In München leben laut Bund Naturschutz noch über 300 Wildbienenarten; in Insektenhotels finden sie einen geeigneten Lebensraum (Foto: Sigrun Lange)

In München leben laut Bund Naturschutz noch über 300 Wildbienenarten; in Insektenhotels finden sie einen geeigneten Lebensraum
(Foto: Sigrun Lange)

Sigrun Lange: Es ist richtig, dass München bereits jetzt sehr dicht besiedelt ist. Und der Zuzug scheint ungebremst. Trotzdem zeigt der „Städtereport Deutschland“ der comdirect bank (von 2012), dass München mit 11,7 Prozent einen relativ hohen Anteil an Grün- und Erholungsflächen aufweist. Unter den deutschen Metropolen hat nur Berlin mehr Grün zu bieten. Leider ist es so, dass die natürliche Vielfalt im ländlichen Raum immer mehr zurück geht. Während dort einheitliche Maisäcker und Rapsfelder die Landschaft prägen, gibt es in der Stadt ein weitaus breiteres Angebot für Bienen. In den Parkanlagen, entlang der Isar und in den vielen Kleingärten wächst eine Vielzahl unterschiedlicher Arten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Bienen finden also während ihrer ganzen Aktivitätsperiode von April bis August  ausreichend Nahrung, während sie auf dem Land beispielsweise nach der Rapsernte unter Umständen Hunger leiden.

M-Q: Welche Rolle spielt die Luftqualität für die Bienen? Gerade an Hauptverkehrsstraßen ist die Luft bekanntlich mit Schadstoffen stark belastet.

Sigrun Lange: Zum einen haben die Luftbelastungen in den Städten durch Rauchgasentschwefelung und Katalysatoren in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Zum anderen sammeln Bienen den Nektar aus frisch aufgeblühten Blüten, so dass ohnehin wenig Zeit bleibt, Luftschadstoffe aufzunehmen. In den Diskussionen um das Bienensterben spielt Clothianidin, ein Insektizid aus der Gruppe der Neonicotinoide, das als Spritzmittel in der Landwirtschaft (z.B. Maisanbau) und im Gartenbau eingesetzt wird, eine viel größere Rolle. Es ist langlebig, reichert sich in Böden und Pflanzen an und gelangt so in die Nahrungskette. Laut einer Information des BUND lassen sich in den Wassertröpfchen, welche Maispflanzen an den Blatträndern abscheiden – ein Vorgang, den man Guttation nennt – hohe Konzentrationen des Gifts nachweisen – vorausgesetzt das Saatgut wurde zuvor mit Clothianidin gebeizt. Bienen, die ihren Wasserbedarf häufig über das Guttationswasser decken, sterben nach Aufnahme solcher belasteter Wassertröpfchen.

M-Q: Wie wirken sich die Schadstoffe in der Luft auf die Qualität des Honigs aus?

Sigrun Lange: Unsere Erfahrungen zeigen, dass Sie Stadthonig bedenkenlos genießen können. Mittlerweile werden im Rahmen des „Bienen-Monitorings“ sogar an einigen deutschen Flughäfen, darunter der Münchner Flughafen, Bienen gehalten und Honig produziert. Laboranalysen zeigen, dass auch dieser Honig unbelastet ist. Dies liegt auch daran, dass Bienen offenbar Schadstoffe filtern können, um ihre Brut mit unbelasteten Stoffen zu ernähren.  Gerade hat die Münchner Firma Breitsamer den München summt!-Honig vom Dache des Gasteigs untersucht. Das Ergebnis bescheinigt unserem Honig eine sehr gute Qualität.

Ralf Armbrecht: Bei der Untersuchung handelt es sich allerdings um eine „normale“ Honiganalyse, bei der Zusammensetzung des Honigs und Qualität in Bezug auf die Verarbeitung durch den Imker untersucht werden, also zum Beispiel welcher Pollen von welchen Pflanzen im Honig zu finden ist, wie der Frucht- und Traubenzucker Anteil ist, ob der Wassergehalt nicht zu hoch ist oder ob der Honig erhitzt wurde. Bei dieser Untersuchung hat der Gasteighonig in der Tat sehr gut abgeschnitten. Eine Untersuchung auf Insektizidrückstände oder Luftschadstoffe im Honig bedarf aufwendigerer Analysen. Solch eine Untersuchung hat vor einiger Zeit ein Hamburger Stadtimker durchführen lassen, mit dem Ergebnis, dass der Stadthonig unbelastet ist und bedenkenlos gegessen werden kann. Die Studie haben wir auf unserer München-summt!-Website verlinkt.

M-Q: München summt! macht mit mehreren prominenten Imker-Standorten in der Stadt auf sich aufmerksam. Wie war die Resonanz auf ihre bisherige Arbeit und was ist das Ziel Ihrer Initiative?

Sigrun Lange: 2012 hatten wir mit dem Gasteig nur einen prominenten München summt!-Standort. Trotzdem war die Resonanz in den Medien beträchtlich: Der Bayerische Rundfunk und München-TV haben berichtet, Zeitungen und Magazine wie die Süddeutsche Zeitung, der Münchner Merkur, die Apotheken Umschau und Centaur widmeten der Stadtimkerei einen Beitrag, und einige Studenten kamen auf uns zu, um ihre Studienarbeiten über das Thema anzufertigen. Wir erwarten, dass wir die Medienpräsenz dieses Jahr noch steigern können, da wir mit dem Haus der Architektur, der Neuen Pinakothek und der Seidlvilla neue attraktive München summt!-Standorte gewinnen konnten. Wir wollen die Aufmerksamkeit dafür nutzen, um mit der Biene für mehr Stadtnatur zu werben. Es soll ein Bewusstsein dafür geweckt werden, dass Honig- und Wildbienen sowie viele andere Bestäuber-Insekten einen wichtigen Beitrag nicht nur für unsere Ernährung, sondern auch für funktionierende Ökosysteme leisten. Die Aktion soll jeden Einzelnen dazu anregen, im eigenen Umfeld natürliche Vielfalt zu pflegen, damit sich Honig- und Wildbienen wieder wohl fühlen – und wir alle ein Stück Lebensqualität dazu gewinnen.

<i>München summt!</i>-Aktion im Kindergarten:<br>Ralf Armbrecht zeigt den Kindern, wie man die Waben entdeckelt (Foto: Sigrun Lange)

München summt!-Aktion im Kindergarten:
Ralf Armbrecht zeigt den Kindern,
wie man die Waben entdeckelt
(Foto: Sigrun Lange)

M-Q: München summt! ist auch in Kindergärten und Schulen aktiv. Wie kommt das Imkern bei den Kindern und Jugendlichen an?

Sigrun Lange: Das Interesse der Kinder und Jungendlichen ist sehr groß. Es ist spannend, zu erleben, wie ein Bienenstock funktioniert, und noch schöner, am Ende einer Schleuderaktion den Honig zu probieren. Erst vor Kurzem haben wir unsere Initiative bei einer Veranstaltung des Pädagogischen Instituts München für Schulgarten-AGs vorgestellt. Viele Lehrer haben sich dafür interessiert, Imker-AGs an ihren Schulen aufzubauen oder Insektenhotels mit ihren Schülern zu basteln.

Ralf Armbrecht: Besonders für die Kleinen im Kindergarten ist es ein großes Abenteuer, sich verkleidet mit Imkerjacke und Gesichtsschutz dem Gewusel eines Bienenvolks zu nähern, zu sehen, wie die Bienen geschäftig auf den Waben hin-und her laufen, wie der Honig in den Waben glänzt und die Sammelbienen mit bunten „Pollenhöschen“ landen und andere zu einem neuen Sammelflug starten. Es ist ein Blick in eine ganz andere Welt und der ein oder andere vergisst darüber, dass er vielleicht sogar etwas Angst vor diesen keinen Krabbeltierchen hatte.

M-Q: Bienenhaltung ist nicht möglich ohne Pflanzen, die den Tieren genügend Nahrung bieten. Was kann aus Ihrer Sicht jeder dazu beitragen?

Geranien sind zwar schön bunt, bieten Bienen aber wenig Nahrung (Foto: Sigrun Lange)

Geranien sind zwar schön bunt, bieten Bienen aber wenig Nahrung (Foto: Sigrun Lange)

Sigrun Lange: Wir können alle damit beginnen, unsere eigenen Balkone und Gärten insektenfreundlich zu gestalten. Geranien beispielsweise bieten Bienen kaum Nahrung und Forsythien könnten aus Plastik sein, so wertlos sind sie für unsere Natur. Wer Bienen und anderen Bestäuber-Insekten unterstützen will, sollte generell auf gefüllte Pflanzen verzichten, denn deren Staubblätter wurden zu Blütenblätter umgewandelt, um die Blütenpracht zu vermehren. Informationen zu einer bienenfreundlichen Bepflanzung finden Sie über unsere Webseite (Info-Plattform). Mit unserer Balkon-Kampagne „Seien Sie fantasievoll“ rufen wir die Münchner dieses Jahr dazu auf, ihre Balkone bunt und möglichst mit heimischen Arten zu bepflanzen und dabei Bienen und anderen Insekten einen reichen Tisch zu bescheren. Die schönsten Beispiele veröffentlichen wir auf unserer Webseite.

Ralf Armbrecht: Abgesehen vom eigenen Balkon und Garten kann man auch in seiner direkten Umgebung dazu beitragen, dass öffentliche Grünflächen nicht nur aus Rasen bestehen. Die Regionalgruppe Haar des „Netzwerk Blühende Landschaft“ hat eindrucksvoll vorgemacht, wie man einen ganzen Stadtteil bienenfreundlich erblühen lassen kann (www.bluehende-landschaft.de). Dort gibt es bereits viele „blühende Inseln“, für die Anwohner Patenschaften übernommen haben. Auch direkt in München gibt es Garteninitiativen, wie z.b. „o‘ pflanzt is“, bei denen man aktiv werden kann. Es liegt an uns, wie grün und bunt, vielfältig und lebenswert unsere Stadt ist, also summen wir los!

M-Q: Frau Lange, Herr Armbrecht, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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Honigverkostung bei der Veranstaltung im Rahmen des Münchner Stiftungsfühlings mit Biene „Marion“ (Foto: Sigrun Lange)

Honigverkostung bei der Veranstaltung im Rahmen des Münchner Stiftungsfühlings mit Biene „Marion“ (Foto: Sigrun Lange)

München summt! ist Teil der Initiative Deutschland summt!, die von der Stiftung für Mensch und Umwelt ins Leben gerufen wurde. Die Gasteig München GmbH war 2011 erster Standort von München summt!: Damals standen erstmals Bienenstöcke auf dem Gasteig-Dach. Im Jahr darauf konnten Interessierte die Gasteig-Bienen den ganzen Sommer über mit einer Webkamera in der Glashalle des Gasteigs beobachten. Begleitend dazu wurden Ausstellungstafeln aufgestellt, die über das Leben von Honig- und Wildbienen informierten.

Dieses Jahr betreut München summt! drei weitere Standorte, nämlich die Seidlvilla, das Haus der Architektur und die Neue Pinakothek. Darüber hinaus sind viele Aktionen mit Kindern und Jugendlichen geplant. Unterstützt wird unsere Initiative 2013 von der Firma Breitsamer, der Heidehof-Stiftung in Stuttgart und der Bürgerstiftung München.

Portrait von Sigrun Lange: Ich habe im Juli 2011 erstmals von der Initiative München summt! erfahren. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer, die Initiatoren von Deutschland summt!, luden damals zur Eröffnung eines neuen Bienenstandorts auf das begrünte Dach des Gasteigs. Die Initiative hat mich gleich begeistert: Morgens zum Frühstück kann ich jetzt den Honig genießen, den Bienen nur fünf Gehminuten von meinem Büro entfernt durch fleißiges Sammeln von Nektar und Pollen produzieren. Das verstehe ich unter Nachhaltigkeit – ein Thema, für das ich mich als Biologin privat und beruflich seit über zwanzig Jahren engagiere. Als Koordinatorin des Projektes möchte ich dazu beitragen, dass München ein wenig bunter wird. Dass wir Münchner mehr Vielfalt zulassen, in unseren Gärten, auf unseren Balkonen und dass alle mitmachen, wenn es darum geht, die Natur in die Stadt zurück zu holen. Damit sich (nicht nur) Honig- und Wildbienen hier wohl fühlen – und wir alle ein Stück Lebensqualität dazu gewinnen.

Portrait von Ralf Armbrecht: Ich bin Biologe und habe vor ein paar Jahren zusammen mit den Initiatoren von Berlin summt! und Deutschland summt! den Verein „Umweltforum für Aktion und Zusammenarbeit e.V.“ (UfAZ) gegründet, der dann Ende 2010, im Rahmen des von der Kulturstiftung des Landes durchgeführten Wettbewerbs „Überlebenskunst“, mit dem Projekt Berlin summt! starten konnte. Da es mich vor einigen Jahren nach München verschlagen hatte, haben wir parallel zu Berlin 2011 mit „München summt!“ begonnen. Es war gar nicht einfach hier Sponsoren und geeignete Dachstandorte zu finden, doch zum Glück hatte der Gasteig schon länger mit dem Gedanken gespielt, Bienenstöcke auf das weitläufige Gründach zu stellen und die „Münchner Bürgerstiftung“ wurde Unterstützer des Projekts.

Praktischer Weise hatte ich schon 2007 beim „Münchener-Bezirksbienenzuchtverein“ einen Imkerkurs gemacht und bin seit dem glücklicher Hobbyimker. So kann ich nun aktiven Umweltschutz betreiben und bekomme auch noch leckeren Honig.

Über Deutschland summt!

Deutschland summt! ist ein Projekt der Stiftung für Mensch und Umwelt der Berliner Biologen Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer. Im ersten Jahr, d.h. 2011, wurden an elf prominenten Standorten in Berlin Bienenkästen aufgestellt. 2012 kamen vier weitere Standorte in Berlin dazu. Im selben Jahr schlossen sich Frankfurt und München mit eigenen Frankfurt summt! bzw. München summt!-Standorten an, 2013 sollen Hamburg und Nürnberg weitere Standorte beisteuern. Unter dem Dach von Deutschland summt! möchten die Städte-Initiativen die Idee weitertragen und vielfältige Aktivitäten anregen.

Information und Kontakt:

München summt!
Umweltforum UfAZ e.V.
Sigrun Lange
Ralf Armbrecht
Westendstraße 87
80339 München

Tel.: 089. 411 386 79
E-Mail: info@muenchen-summt.de
www.muenchen.deutschland-summt.de/die-initiative-muenchen

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