Radlbazi: Leuchten und Möbel aus alten Fahrradteilen

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Fahrräder sind eine der besten Erfindungen überhaupt. Dass Fahrradteile auch nach ihrem „Ableben“ einem funktionalen und ästhetischen Zweck dienen können, stellt Bartlomiej Zabielny alias Radlbazi unter Beweis. Er baut Lampen und Möbel aus alten Fahrradketten und –teilen. Im Interview sprachen wir mit dem Designer über seine Leidenschaft zum Upcycling und Fahrradobjekte bauen. 

M-Q: Du bist bereits mit dem Fahrrad um die Welt gefahren. Was macht dir mehr Spaß: Fahrrad fahren oder Möbel aus Fahrradteilen bauen?

Radlbazi: Beides, Radfahren ist Leidenschaft und Entspannung pur. Dinge aus Fahrradschrott zu gestalten ist dagegen pure Spannung. Sobald ein Objekt angefangen wird, kann ich kaum aufhören, es fertig zu stellen. Es kommt auch mal vor, dass ich dann in der Werkstatt schlafe…

M-Q: Was war dein erstes Objekt?

Lampe aus Fahrradketten ©Foto: Sofia Delgado

Lampe aus Fahrradketten ©Foto: Sofia Delgado

Radlbazi: Mein erstes Objekt ist „Nova“; eine Lampe, die ich mir über meinem Esstisch eingebildet habe. Der Prototyp quasi. Dieses nur 70cm große und ca. 20kg schwere Objekt hat drei Monate gedauert.

M-Q: Woher bekommst du das Material?

Radlbazi: Das Material beziehe aus mehreren Fahrradwerkstätten in und um München. Dort hab ich Eimer stehen und wenn die voll sind, hole ich sie ab.

M-Q: Wie lange brauchst du für ein Lichtobjekt?

Radlbazi: Das hängt ganz von der Größe und der Oberflächenbehandlung ab. Lichtobjekt „Gloria“ wurde z.B. verchromt, „Nova“ poliert, bei „Yama“ hab ich mit Rost gespielt und beim Letzten – „Edelweiß“ – zum ersten Mal Lack angewendet. „Edelweiß“ hab ich speziell für die Fair-Cycle Ausstellung angefertigt. Das dauerte eine Woche in der Werkstatt, ohne Vorbereitung wie sammeln und reinigen.

M-Q: Was ist zuerst da, das Material oder die Idee für das Objekt?

Radlbazi: Zuerst die Idee, dann das Material, aber erst wenn ich den Raum kenne, fällt die Entscheidung. Das größte Kompliment, das ich auf der Fair-Cycle bekommen habe, war, es sieht so aus als ob es hierher gehört. Da hab ich wohl die Proportionen voll getroffen!

M-Q: Siehst du dich mehr als Handwerker oder als Künstler?

Fahrradatelier mit Lichtobjekten von Radlbazi<br /> ©Foto: Bartlomiej Zabielny

Fahrradatelier mit Lichtobjekten ©Foto: Bartlomiej Zabielny

Radlbazi: Kreativer Handwerker, alles andere wäre übertrieben. Es wird oft der Begriff „Kunst“ mit meiner Arbeit in Verbindung gebracht, aber wohl nur, weil man so was noch nicht gesehen hat.

M-Q: Handelt es sich um Unikate oder fertigst du in Kleinserien?

Radlbazi: Nun ja, ich habe erst letztes Jahr damit angefangen. Denkbar ist alles. Als Nächstes werde ich eine Kollektion von mehreren kleineren Objekten machen.

M-Q: Was machst du, wenn du nicht „Fahrradmöbel“ baust?

Radlbazi: Radfahren und Träumen…

Kronleuchter aus alten Fahrradteilen ©Foto: "Radlbazi" Bartlomiej Zabielny

Kronleuchter aus alten Fahrradteilen ©Foto: „Radlbazi“ Bartlomiej Zabielny

M-Q: Kann man bei dir auch Lampen oder Möbel in Auftrag geben?

Radlbazi: Klar, würde mich sehr freuen!

M-Q: Was kostet in etwa eine Lampe?

Radlbazi: Auch das hängt ganz von der Größe und Oberflächenbehandlung ab. Ein kleineres Objekt wie „Nova“ ist um die 1.000 Euro machbar.

M-Q: Nimmst du auch altes Fahrradmaterial an?

Radlbazi: Sehr gern! Hab nur noch keine Lösung für die Logistik. Kette oder Ähnliches mir per Post schicken zu lassen, wäre, denk ich, nur bei einer Auftragsarbeit möglich. Andererseits bräuchte ich einen sehr, sehr stabilen Briefkasten… 🙂

M-Q: Was hast du in Zukunft noch vor?

Radlbazi: Sehr viel! Aber eigentlich interessiert mich die Zukunft genau so wenig wie die Vergangenheit… Hier und jetzt bin ich gesund und habe eine super Gegenwart! Das soll so anhalten!

Vielen Dank für das Interview! 

Bartlomiej Zabielny

1984 das Licht der Welt erblickt und seither ein Abenteurer. Mit allen Höhen und Tiefen, die die Welt zu bieten hat.

Kontakt: 

Bartlomiej Zabielny
E-Mail: radl@alpenbazi.de
Phon: +4916094865984
Web: http://www.radlbazi.de

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