Leaf Republic – nachhaltiges Einweggeschirr und Verpackungen

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Leaf Republic ist ein Münchener Startup, das Einweggeschirr und Verpackungen aus nachhaltigen Rohstoffen designt, herstellt und vertreibt. Leaf, das klingt nicht nur nach Blätter, das Einweggeschirr wird tatsächlich aus Blättern hergestellt. Wie funktioniert das? Welche Art von Verpackungen sollen produziert werden? Anfang Juni hat Leaf Republic ein Crowdfunding auf Kickstarter gestartet. Wir haben mit Carolin Fiechter von Leaf Republic gesprochen.

M-Q: Leaf Republic – der Name Ihres Unternehmens klingt ungewöhnlich. Leaf steht für Blätter, doch was bedeutet in diesem Zusammenhang der Begriff Republic?
Carolin Fiechter: Republic bedeutet, dass die Entscheidungen sich am Gemeinwohl orientieren. Wir wollen die Zukunft für die nächsten Generationen gestalten. Unsere Teller und Verpackungen sind da erst der Anfang: Wir gewinnen beispielsweise Zellstoff aus Laubblättern, produzieren daraus Papier und stellen auch vollständig biologisch abbaubare naturfaserverstärkte Kunststoffe zum Beispiel für die Automobilindustrie her.

Behältnisse von leaf republic werden in kurzer Zeit zu Humus. (Foto: Pedram Zolgadri/leaf republic)

Behältnisse von leaf republic werden in kurzer Zeit zu Humus. (Foto: Pedram Zolgadri/leaf republic)

M-Q: Leaf Republic ist eine Ausgründung der LMU. Wie ist es zur Gründung gekommen, was war die Ursprungsidee?
Carolin Fiechter: Als echte Münchner verbringen wir den Großteil des Sommers am Isar-Ufer, beim Grillen mit Freunden. Und wir haben uns immer über die hinterlassenen Abfälle geärgert und nach Lösungen gesucht. Vier Jahre später stellen wir die Lösung selber her.

M-Q: Aus welcher Art Blätter und eventuell weiteren Materialien bestehen die Blatt-Teller und nachhaltigen Verpackungen von Leaf Republic?
Carolin Fiechter: Es sind Blätter einer Schlingpflanze, die mehrfach im Jahr nachwachsen. Die Pflanze wächst wild in Asien und Südamerika und wird dort von der lokalen Bevölkerung für uns gepflückt. Darüber hinaus verwenden wir nur Papier auf der Basis dieser Laubblätter und auf Kundenwunsch Deckel aus Bio-Kunststoff oder recyceltem PET. Sonst nichts.

M-Q: Wo werden sie hergestellt?
Carolin Fiechter: Wir produzieren alle unsere Produkte in Taufkirchen bei München.

Leaf Republic stellt seine Produkte in Deutschland her

M-Q: Wie können Sie sicher stellen, dass Ihre Blätter-Verpackungen hygienisch sind und keine Keime auf die Lebensmittel übergehen?
Carolin Fiechter: Das Material wird vor der Verarbeitung gereinigt, während der Verarbeitung durch Hitze vollständig sterilisiert und die Oberflächen vor dem Verpacken nochmals mit UV-C entkeimt. Zusätzlich lassen wir unsere Produkte regelmäßig in einem unabhängigen Labor testen.

M-Q: Die Deckel der Lebensmittel-Verpackungen bestehen aus einem Bio- oder Recycling-Kunststoff-Deckel. Warum verwenden Sie nicht umweltfreundliche Alternativen wie z.B. das ebenfalls durchsichtige Zellglas, bekannt unter dem Namen Cellophan, damit die gesamte Verpackung kompostiert werden kann?
Carolin Fiechter: Unsere Deckel müssen stabil sein, damit die Leute ihr Essen sicher transportieren können. Das kann Cellophan leider nicht leisten. Aktuell ist R-PET die umweltfreundlichste Alternative.

M-Q: Einweggeschirr aus Blättern ist nicht neu, das Berliner Unternehmen Leef Blattwerk produziert seit Januar 2014 Einweggeschirr aus Palmblättern. Welche Innovation bieten die Produkte von Leaf Republic gegenüber den Leef-Produkten?
Carolin Fiechter: Unsere Produkte werden in Deutschland hergestellt, sind natürlich grün und haben eine ganz feine Textur. Dadurch, dass unsere Blätter so flexibel sind, können sie in nahezu jede Form gepresst werden.

Crowdfunding-Aktion: leaf republic hat eine Kampagne auf kickstarter gestartet.

Crowdfunding-Aktion: leaf republic hat eine Kampagne auf kickstarter gestartet. (Foto: Pedram Zolgadri/leaf republic)

M-Q: Sie haben vor kurzem ein Crowdfunding auf Kickstarter gestartet. Wie hoch ist das Funding-Ziel und wofür soll das Geld verwendet werden?
Carolin Fiechter: Wir wollen mindesten 50.000 Euro einwerben, um unsere Produktion auszubauen und neue Werkzeuge zu fertigen. Wenn wir das Fundingziel überschreiten, können wir zusätzliche Rohstoffe vorfinanzieren und noch mehr Plastikteller durch pure Natur ersetzen.

M-Q: Wann und wo gibt es die ersten Produkte von Leaf Republic zu kaufen?
Carolin Fiechter: Wir werden in Kürze mit drei großen Münchner Gastronomie-Betrieben und einem Schweizer Gastronomen an den Start gehen. Privatkunden hatten wir ursprünglich gar nicht eingeplant – aber nach der riesigen Resonanz auf Kickstarter werden wir das jetzt noch einmal überdenken.

Vielen Dank für das Gespräch!

Information und Kontakt:

Das Team von leaf republic (Foto: Pedram Zolgadri/leaf republic)

Das Team von leaf republic (Foto: Pedram Zolgadri/leaf republic)

leaf republic gmbh
mehlbeerenstr. 6

82024 taufkirchen | munich

germany

CEO Pedram Zolgadri
CFO Carolin Fiechter

web@leaf-republic.com

T +49 89 1891 2857
F +49 89 4524 6389

Crowdfunding auf Kickstarter unter: https://www.kickstarter.com/projects/643319217/beleaf

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