Gefahr beim Mähen: Forschungsprojekt soll Jungtiere schützen

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Forschungsprojekt zur Rettung der Rehkitze gestartet (Foto: uschi dreiucker / pixelio.de)Das warme Frühjahr ist die Zeit des Nachwuchses für zahlreiche Wildtiere. Viele Tiere verstecken ihre Jungen im hohen Gras, um sie vor natürlichen Feinden zu schützen. Für Rehkitze, Junghasen, am Boden brütende Vögel und andere Tiere kann es dort mit Beginn der Frühjahrsmahd und durch den Einsatz von Landmaschinen jedoch lebensgefährlich werden. Der sogenannte „Drückinstinkt“ der Jungtiere in den ersten Lebenstagen führt dazu, dass Rehkitze statt zu fliehen meist bewegungslos auf dem Boden verharren, sobald ihnen Gefahr droht. Daher fällt es im Frühjahr zum Teil sogar erfahrenen Jägerinnen und Jägern schwer, die Jungtiere zu finden.

 Jäger, Landwirte, Industrie und Technik suchen daher intensiv nach einer zuverlässigen technologischen Methode um die Jungtiere in Zukunft noch besser schützen zu können. Die ersten Ergebnisse eines 2012 gestarteten Projekts, gefördert vom Bundeslandwirtschaftsministerium, sind positiv. Ziel des Verbundvorhabens, das mit rund 2,48 Millionen Euro unterstützt wird, ist die Entwicklung eines zuverlässigen Anwendungssystems zur Rehkitzrettung beim Mähen, das gegenüber bisherigen Anwendungen deutlich effizienter ist. Eine praktische Erprobung kann wahrscheinlich schon im kommenden Frühjahr starten.

Wildtierverluste möglichst eindämmen

Das Bundeslandwirtschaftsministerium bittet darüber hinaus Landwirte und Jäger, vor dem Einfahren des ersten Grünfutters alle Möglichkeiten zu nutzen, um Jungtiere zu schützen. Dazu sollten die betreffenden Flächen vorab beobachtet und begangen werden. Landwirte, Lohnunternehmer, Maschinenringe und die örtliche Jagdaufsicht sind gefordert, rechtzeitig ein koordiniertes Vorgehen abzustimmen. Ein Schutz der Wildtiere ist nur möglich, wenn die Tiere frühzeitig entdeckt oder die Elterntiere durch geeignete Maßnahmen unmittelbar vor der Mahd dazu veranlasst werden, die betroffenen Flächen mit ihren Jungen zu verlassen. Gängige Methoden zur Reduzierung der Wildtierverluste sind wildtierschonende Mähverfahren (Mährichtung, Schnitthöhe, Mähzeitpunkt) und das intensive Absuchen der Fläche vor den Mäharbeiten mit Hilfe geeigneter Hunde.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.wildretter.de.

Quelle:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Dienstsitz Berlin
Wilhelmstr. 54
10117 Berlin

Foto: Uschi Dreiucker/pixelio.de

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