Freie Fahrt für die Gentechnik?

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Das Umweltinstitut München warnt vor Gefahren für den Verbraucherschutz in Europa: Die von US-Präsident Barack Obama geforderte transatlantische Freihandelszone bedroht die Beschränkungen für den Import von gentechnisch veränderten Lebensmitteln.

Die US-Agrarlobby würde von der Beseitigung der in Europa mühsam erkämpften Importverbote enorm profitieren. Auch in der Bundesregierung scheint es keine Bedenken gegen diesen massiven Eingriff in den Verbraucherschutz zu geben: Den „großen Wurf“, keinen „Minimalkonsens“ plane man nun, so Bundeswirtschaftsminister Rösler zum Magazin Der SPIEGEL, deshalb dürften keine Bereiche im Voraus ausgeklammert werden.

Damit wischt er die Einwände südeuropäischer EU-Staaten beiseite, dass mit Einrichtung einer umfassenden Freihandelszone auch Schranken für den Import gentechnisch veränderter Lebensmittel fallen sollen.

Verbraucherschutz darf nicht aufgeweicht werden

„Die Bundesregierung möchte gegen den erklärten Willen der Bevölkerung den Verbraucherschutz aushebeln und Konzernen wie Monsanto zum Durchbruch in Europa verhelfen“, erklärt Harald Nestler, Vorstand des Umweltinstitut München e.V. „Eine Freihandelszone ohne Schutz vor unkontrollierbaren Risikotechnologien wie der Gentechnik ist indiskutabel. Sie  wird den europäischen Verbrauchern  schaden und nur den internationalen Gentechnikkonzernen nützen“, so Nestler weiter.

Das Umweltinstitut fordert, die europäischen Schutzmaßnahmen vor den Risiken der Gentechnik zu erhalten und weiter auszubauen. Gleichzeitig kündigte Harald Nestler an, dass das Umweltinstitut München im Wahljahr entschieden gegen eine Aufweichung des Verbraucherschutzes eintreten werde.

Weitere Informationen zu Gentechnik finden Sie in unserer Gen-Info-Kampagne.

Kontakt: 
Umweltinstitut München e.V.
Verein zur Erforschung und Verminderung der Umweltbelastung
Landwehrstr. 64 a
80336 München
Tel.: (089) 30 77 49-0
Fax: (089) 30 77 49-20
E-Mail: info@umweltinstitut.org

©Foto: Umwelinstitut München e.V.

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