Faltrad-Projekt des ADFC fördert den Klimaschutz

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Foto: ADFCDas Faltrad-Projekt wurde gemeinsam mit dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) entwickelt. Es soll den Schritt in die zukunftsfähige Mobilität fördern, indem Fahrradfahren in Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gesetzt wird. Mehr über die Kooperation und die Vorteile für die Nutzer hier in unserem Interview.

M-Q: Wie lange gibt es das Faltrad-Projekt bereits in München?

Husemann-Roew: Das Faltrad-Projekt in München feiert 2014 sein zweijähriges Jubiläum. Es wurde 2012 auf Initiative des ADFC zusammen mit dem MVV entwickelt.

M-Q: Was genau bietet der ADFC und der MVV den Fahrgästen in diesem Projekt an?

Foto: ADFCHusemann-Roew: Wir bieten mit Unterstützung der Radlhauptstadt München ab sofort exklusiv zwei Falträder zur Wahl – eine 7-Gang-Variante und eine 8-Gang-Variante zu einem attraktiven Sonderpreis, inklusive Erstinspektion und einer vergünstigten ADFC-Schnuppermitgliedschaft, die darüber hinaus viele Vorteile bietet.

Und ganz wichtig: für das Faltrad gelten keine Sperrzeiten, keine Transportkosten – die Mitnahme in Bussen & Bahnen ist zu allen Zeiten und kostenlos möglich.

M-Q: Welches sind die Ziele des Faltrad-Projekts?

Husemann-Roew: Mit dem Faltradprojekt setzen wir uns ein für eine nachhaltige und umweltgerechte Mobilität. Intermodalität, d.h. die intelligente Verknüpfung mehrerer Verkehrsträger miteinander ist das Stichwort für zukunftsweisende Mobilitätskonzepte. Mit dem Faltrad-Projekt verbinden wir die Vorteile des Fahrradfahrens (Bewegung, Gesundheit, Klimaschonend) mit denen des öffentlichen (Nah-)Verkehrs und setzen einen Anreiz das Fahrrad auch im Alltag regelmäßig zu nutzen – z.B. für den täglichen Weg zur Arbeit.

M-Q: Unterscheiden sich die ADFC-MVV-Falträder von Falträder-Angeboten aus dem Handel?

Husemann-Roew: Nein, es handelt sich um gängige und hochwertige Modelle aus dem Handel, die wir für unsere Aktion zu einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten können.

M-Q: Sie haben ein neues Faltrad-Modell auf dem Markt gebracht. Was ist das neue daran?

Husemann-Roew: Im Gegensatz zum bisherigen Modell mit 7-Gang-Nabenschaltung ist das zweite Modell mit einer 8-Gang-Kettenschaltung ausgestattet und kann damit zu einem noch günstigeren Preis angeboten werden.

M-Q: Wie viel kostet ein Faltrad, das über den ADFC gekauft wird? Wie hoch ist die Ersparnis gegenüber herkömmlichen Falträdern?

Foto: ADFC

Aktuelles Faltradmodell

Husemann-Roew: Das 7-Gang-Modell bieten wir zum Sonderpreis von 799 € statt 849 € an, das 8-Gang-Modell zum Sonderpreis von 599 € statt 699 €.

M-Q: Kostet die Mitnahme eines Faltrades in den öffentlichen Verkehrsmitteln etwas?

Husemann-Roew: Nein, ein Faltrad gilt als Gepäckstück und ist somit in öffentlichen Verkehrsmitteln – d.h. in Bussen & Bahnen kostenlos, während beispielsweise eine Fahrradtageskarte im MVV 2,50 € oder im Zug 5,00 € kostet.

M-Q: In welchen MVV-Verkehrsmitteln dürfen die ADFC-MVV-Falträder mitgenommen werden?

Husemann-Roew: In allen Linien und Verkehrsmitteln des MVV, aber auch in den Regionalzügen, die viele Berufspendler nutzen sowie in Fernzügen, wie dem ICE. Detaillierte Informationen zu den Beförderungsbedingungen findet man unter www.adfc-bayern.de/faltrad.

M-Q: Während des Berufsverkehrs dürfen keine „normalen“ Fahrräder mit dem MVV transportiert werden. Gilt das auch für die ADFC-MVV-Falträder?

Husemann-Roew: Nein – das ist ein weiterer Vorteil – die Sperrfrist gilt für die ADFC-MVV-Falträder bzw. Falträder im zusammengefalteten Zustand nicht.

M-Q: In den Verkehrsmitteln des MVV herrscht morgens und abends ein enormer Andrang. Gibt es für zusätzliche ADFC-MVV-Falträder während dieser Zeiten überhaupt genügend Platz in den Verkehrsmitteln?

Husemann-Roew: Es gibt zwar kein zusätzliches Platzangebot speziell für die Falträder – wenn man sich jedoch nicht ausschließlich auf den ersten und letzten Wagon beschränkt, wo es immer besonders voll ist, sondern z.B. mittig einsteigt, sollte auch für das zusammengeklappte Faltrad immer ein Plätzchen zu finden sein. Und wenn man tatsächlich mal auf die nächste U- oder S-Bahn warten muss, ist die zusätzliche Zeit schnell wieder wett gemacht, wenn man am Ankunftsort mit dem Rad, statt zu Fuß die restliche Wegstrecke bewältigen kann.

M-Q: Wo kann man die ADFC-MVV-Falträder kaufen? Und sind sie für jedermann erwerblich?

Husemann-Roew: Partner unserer Aktion ist der Fahrradfachhandel. Die ADFC-MVV-Falträder kann jeder ausschließlich bei autorisierten Fachhändlern im MVV-Gebiet erstehen. Hier wird man fachgerecht beraten, kann Probe fahren und sich die Handhabung zeigen lassen. Unter www.adfc-bayern.de/faltrad findet man eine Liste aller Händler und kann bequem den nächstgelegenen aussuchen.

M-Q: Neben München gibt es das Faltrad-Projekt bereits auch in anderen Städten wie Karlsruhe, Stuttgart, Hamburg oder Bremen. Werden weitere Städte folgen?

Husemann-Roew: Ja, erfreulicherweise hat das Projekt bereits viele Nachahmer gefunden und startet im Mai auch in Augsburg – dort in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. Das Rad wird sozusagen zum „Verbündeten des öffentlichen Verkehrs“. Es schließt eine Lücke in der Wegekette, denn es lassen sich zum einen längere Wege zur nächsten Haltestelle des ÖPNV bewältigen, zum anderen kann man nach Nutzung des ÖPNV die letzten Meter wieder mit dem Rad zurücklegen.

Vielen Dank für das Interview!

Kontakt:

ADFC Landesverband Bayern e.V.
Kardinal-Döpfner-Str. 8
80333 München

Tel. 089-90 900 25-0
E-Mail: kontakt@adfc-bayern.de
Web: http://www.adfc-bayern.de

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