Fahrradanhänger made in Munich

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Fahrradanhänger sind in der Regel etwas sehr unspektakuläres, doch in Zeiten von CO2 und Erderwärmung gewinnt ihr Dasein an Bedeutung. So können sie doch in vielen Fällen eine umweltbewusste Alternative zum Auto sein. Hinterher.com aus München hat sich auf Fahrradanhänger spezialisiert. Mehr dazu im Interview.

M-Q: Wann hattest du Dein erstes „Aha-Erlebnis“ mit einem Fahrradanhänger?

Hornung-Sohner: Ich glaube, mit 15 oder 16 – damals haben wir unsere Modellflieger transportiert und selbstverständlich kein Geld gehabt. Es gab weit und breit auch keine Mamas, die einen mit dem Zweitwagen zum Sport oder zum Hobby gefahren hätten. Der Radlanhänger war eigentlich die einzige kostengünstige Lösung für uns selbst – wir haben sowieso ständig alte Räder zusammengeschraubt und wieder geschrottet, da war der Schritt zum Radlanhänger nicht weit.
Später dann nochmal, so mit 22, bin ich mit einem Riesenanhänger durch Süddeutschland gefahren und habe Straßentheater gemacht. Toll ist bei dieser Art zu reisen, daß man langsam genug ist, um den Weg selbst zu erleben und nicht nur das Ziel.

M-Q: Wie bist Du als gelernter Architekt dazu gekommen, hinterher.com zu gründen?

Foto: HornungHornung-Sohner: Da gibt’s natürlich ein paar Umwege, die aber letztlich schlüssig sind. Über 15 Jahre lang habe ich als gelernter Schreiner nach dem Architekturstudium an der TUMünchen eine kleine, aber feine Möbelmanufaktur mitten in der Stadt geführt. Immer erfolgreicher, mit ambitionierten Innenraum- und Möbelentwürfen und einem riesigen Kundenstamm in Fahrradnähe. Irgendwann waren wir dann so genervt davon, selbst für kleine Reparaturen den Sprinter nehmen zu müssen (was im Klartext heißt, seinen wertvollen Parkplatz vor der Werkstatt aufzugeben, ein paar hundert Meter zum Kunden zu fahren, dort eine halbe Stunde lang Parkplatz zu suchen oder im Stau zu stehen, dann wieder 100 m zum Kunden zu laufen oder Strafzettel zu riskieren). Auf der Suche nach Alternativen kamen Lastenräder nicht in Frage, weil wir die vor den Gebäuden abladen müssten und das Ganze dann in den 4. Stock und über lange Flure wieder schleppen müssten (z.B. in Krankenhäusern oder Altenheimen). Die Anhänger, die ich zunächst kaufen wollte, waren aber alle nicht stabil genug, oder nicht multifunktionell genug, oder häßlich (oder alles zusammen). Also hab ich angefangen zu skizzieren, das war April 2012, Prototypen zu bauen usw. Das Ganze hat Fahrt aufgenommen, immer mehr Ideen kamen dazu, die Idee nahm Gestalt an und wurde immer besser. 5 Protypenserien und 1 Jahr später war es dann soweit, dass ich den Hänger einigen wichtigen Partnern vorgestellt habe, da hat schon richtig viel Geld drin gesteckt. Und als dann Globetrotter und Manufaktum mit dabei waren, war Hinterher nicht mehr zu bremsen und hat eine Eigendynamik entwickelt, die immer neue Schritte notwendig gemacht hat. Tja, Anfang 2014 war ich dann derartig überlastet vom parallelen Werkstattbetrieb und der Eigendynamik dieses Startups, dass ich mich für einen Weg entscheiden musste. Offen gesagt viel es mir nicht schwer – den Möbelbaudrang habe ich 25 Jahre lang ausgelebt, jetzt ist was Neues dran, und die Fahrradbranche ist quicklebendig und interessant. Sich mit knapp 50 Jahren komplett neu aufzustellen, hat eindeutig was sehr belebendes. 🙂

M-Q: Wie entwickelt sich generell das Interesse für Fahrradanhänger? Nimmt die Nachfrage zu?

Hornung-Sohner: Das lässt sich für uns als Newcomer und Quereinsteiger im Fahrradmarkt nur schwer beurteilen, weil wir die absoluten Verkaufszahlen nicht kennen. Im Straßenbild ist aber klar abzulesen, dass Kinderanhänger mittlerweile in der breiten Masse angekommen sind. Auch Lastenräder sieht man mittlerweile recht häufig – die Fahrradanhänger sind in ihrer Multifunktionalität, ihrer Leichtigkeit, ihrem minimalen Staumaß, ihrem Kostenvorteil noch wenig wahrgenommen in der Öffentlichkeit. Aber wir für unser Produkt können ganz klar sagen: Die Nachfrage steigt – anscheinend haben wir da eine Nische gefunden, die vorher niemand bedienen wollte.

M-Q: Wer sind Eure Kunden? Sind das eher die sportlich Aktiven?

Hornung-Sohner: Die richtigen Sportler haben eigentlich nichts zu transportieren, die wollen vor allem ihren Sport machen. Aber es stimmt schon, all unsere Kunden vereint auch die Liebe zur Aktivität, die meisten fahren leidenschaftlich gerne Fahrrad und bewegen sich lieber selbst als im Stau zu stehen. Leute, die nur an ihrer Bequemlichkeit interessiert sind, fahren zum Getränkemarkt auch dann mit dem Auto, wenn er nur 100 m entfernt ist.

Vielleicht kann man unsere Kunden in drei Gruppen unterscheiden (soweit man das nach 2.5 Jahren überhaupt sagen kann). Da wären die qualitätsbewussten Mitbürger, denen klar ist, dass transportieren ein Teil ihres Alltags ist und die sich vielleicht auch insgesamt mit der Thematik Verkehr und Umwelt auseinandersetzen. Für die erleichtert unser vielseitig verwendbares Anhängersystem einfach das Leben – man muss nicht mehr so viel schleppen, keinen Parkplatz suchen, hat mehr soziale Kontakte, kann jederzeit anhalten und einen Café trinken. Und erstaunlich viele unserer Kunden haben bereits aktiv entschieden, kein Auto mehr zu haben. Denen ist nicht ganz so wichtig, was genau der Anhänger kostet – Hauptsache, er kann, was er verspricht – und das möglichst in Übereinstimmung mit den grundsätzlichen politischen Überzeugungen (Nachhaltigkeit, Gemeinwohl etc.). Dass unser Anhänger im Grunde ein extrem nachhaltiges Produkt ist, das durch und durch Sinn macht (auch von Herstellerseite aus), ist für diesen Kundenkreis sehr wichtig.

Dann gibt’s eine Gruppe von technikaffinen, idealistischen Fahrradfreaks, die einfach gute Produkte lieben (im Moment sind das halt die Hinterhers). Dahinter stehen meist auch politische Überzeugungen zur Fahrradkultur und zum Zustand unserer Umwelt und die Bereitschaft, unkonventionelle Verhaltensmuster zu leben, ohne Angst, von irgendjemandem schief angeschaut zu werden.

Die dritte Gruppe, zahlenmässig sicher am Kleinsten, sind die Extremsportler und Abenteurer, die anscheinend auf so ein Produkt gewartet haben – robust, leicht zu reparieren, mit einer großen Bandbreite an Möglichkeiten, auch selbst daran herumzubasteln. Die sind für uns extrem wichtig, weil sie beweisen, dass unsere Anhänger für alle möglichen Anwendungen geeignet sind und auch unter extremen Bedingungen funktionieren .

Darüber hinaus gibt es auch eine erstaunlich große Gruppe von Leuten, die einerseits sehr wenig Geld zur Verfügung haben, für die unser relativ teurer Anhänger eine echte Anschaffung ist und die das nicht aus dem Ärmel schütteln. Die aber andererseits begriffen haben: „Wer billig kauft, kauft zweimal“. Die unterstützen wir besonders, manchmal auch durch Angebote oder kostenlose Reparaturen, weil sie unsere Produkte oft am dringendsten benötigen. Leider können sich ja gerade Mitmenschen mit sehr wenig Geld oft nur Schrott leisten, den sie dann auch 5 x kaufen, weil er nicht lange hält. Wer hat das gesagt: „Ich habe zu wenig Geld, um mir schlechte Qualität leisten zu können“?

M-Q: Der Fahrrad-Anhänger Hinterher H tour wurde vor wenigen Wochen mit dem Bundespreis ecodesign ausgezeichnet. Was waren die Kriterien für diese Auszeichnung?

Intelligente Fahrradanhänger erleichtern den Alltag

Hornung-Sohner: Im Grund wurden wir für das gesamte Konzept ausgezeichnet, das offensichtlich sehr glaubwürdig war. Das Jury-Statement von Nicola Stattmann hat erstaunlich viele von unseren Ideen erkannt:

„Der Fahrradanhänger ist leicht, demontierbar, robust, wetterfest, langlebig, reparierbar und aufs Wesentliche reduziert. Modular und funktional dazu, denn in Sekunden lässt er sich auf kleinstem Raum verstauen, zu Fahrradanhänger, Handwagen oder Sackkarre umbauen. Ganz einfach und selbsterklärend. Die einzelnen Komponenten sind solide konstruiert und jeweils aus dem ‚richtigen‘ Material hergestellt. Ganz selbstverständlich, freundlich und unaufgeregt kommt er daher. Alle Kriterien für ein gutes Produkt sind bestens erfüllt. Wunderbar!“

Für uns sehr erfreulich war, dass die Jury mit diesem Preis ein scheinbar so uninteressantes Thema wie „Fahrradanhänger“ prämiert hat, das so viele Potentiale hat, das Alltagsverhalten der Menschen zu verändern. Und natürlich brauchen wir alle diese Veränderung, z.B. hinsichtlich Verkehrsinfarkt oder Umweltbelastung. Dass unser Projekt auch der genauen Prüfung durch das Umweltbundesamt standgehalten hat, freut uns sehr. Hier wurde genau darauf geschaut, ob Materialien richtig verwendet wurden, ob das Produkt tatsächlich nachhaltig ist oder ob nur Greenwashing betrieben wird.

M-Q: Erst kürzlich gewann Euer Modell Touring den Eurobike-Award 2015 in der Kategorie Urban Bikes. Werden die Fahrradanhänger von hinterher.com überwiegend in der Stadt und weniger auf dem Land gefahren?

Hornung-Sohner: Dass wir letztlich in der Kategorie Urban Bikes prämiert wurden liegt vor allem daran, dass Anhänger gar nicht vorgesehen waren im Bewertungssystem. Und dann hat halt irgendwer entschieden, dass das wohl am Besten zu Urban Bikes passt.

Hmax_schwarz_300dpi_bigNatürlich sind die meisten unserer Kunden Städter. Hier ist der Leidensdruck am Größten, hier findet der Umdenkprozeß als Erstes statt, innovative Mobilitätskonzepte spriessen an jeder Straßenecke. Aber wir sind erstaunt, wieviele Bestellungen wir aus absolut ländlichen Regionen bekommen. Diejenigen, die innerlich bereit dazu sind, ernsthaft über neue, weniger belastende Mobilitätslösungen nachzudenken, können das auf dem Land genauso gut wie in der Stadt. Aber trotzdem, ganz klar werden unsere Anhänger vor allem in Städten genutzt, und natürlich für alle möglichen Touren (mit z.T. sehr unhandlichem Gepäck wie Kajaks, Surfbretter, Taucherausrüstung etc., die die normalen Satteltaschen platzmässig überfordern würden).

M-Q: hinterher.com hat ein breites Spektrum an Modellen und Sondermodellen, z.B. einen Bootsanhänger, einen Fahrrad-Anhänger und einen Alu-Kistenanhänger. Warum gibt es keinen Kinderanhänger?

Hornung-Sohner: Das ist erstaunlicherweise eine der einfachsten Fragen: Zum einen gibt es bereits viele und auch gute Anhänger, die fast alle in China gefertigt werden. Auf dem Markt tummeln sich zahlreiche Anbieter, die sich mit immer niedrigeren Preisen (bei gleichzeitig immer fragwürdigerer Qualität) gegenseitig das Leben schwer machen. Da als Newcomer mitzumischen wäre vermutlich wirtschaftlicher Selbstmord.

Zum Zweiten sind wir einfach viel zu klein dafür. Um Personen in Anhängern transportieren zu dürfen, wird zunächst eine teure TÜV-Zulassung benötigt. Und dann muss die ganze Firma in der Lage sein, mit der explodierenden Menge an Anfragen und Beratungen von Eltern zurechtzukommen. All das würde unsere Möglichkeiten sprengen.

Im Moment konzentrieren wir uns darauf, die Qualität zu sichern und zu verbessern, sinnvolles Zubehör und Ergänzungen zu entwickeln, unsere Anhänger immer besser zu machen und ein gutes Händlernetz aufzubauen – offen gesagt ist das schon ein ziemlich volles Programm.

M-Q: Mit mehreren Hundert Euro pro Fahrradanhänger sind diese ja nicht ganz billig. Kann man Eure Anhänger auch ausleihen?

Hornung-Sohner: Billig sicher nicht, aber preiswert. Billig wäre eigentlich auch kontraproduktiv, da es ja zwangsläufig bedeuten würde, dass an Qualität, Arbeitsweise und Konzept gespart wurde. Die meisten unserer Kunden belasten die Anhänger mitunter so extrem, daß sie als Billiganhänger einfach auseinanderbrechen würden.

Zwecks Verleih bekommen wir schon ab und zu Anfragen, kürzlich z.B. von einer Filmcrew, die irgendwo nicht mit dem Auto hindurfte. Das machen wir dann auch relativ unbürokratisch. Aber ein richtiges Verleihsystem kostet viel Zeit, Logistik und Manpower, eigentlich ein eigenes Unternehmen. Soweit wir informiert sind, verleihen aber viele unserer Fachhändler die Hänger an Kunden, damit sie sie ausprobieren und dadurch die vielfältigen Vorteile kennenlernen können. Das überzeugt die Kunden dann sehr schnell, dass es sich doch lohnt, so etwas anzuschaffen.

Wir wissen sogar von einigen Kunden, die sich die Anschaffung ihres eigenen Anhängers durch den Verleih in ihrem Dorf/Stadt refinanzieren – wir finden, dass das auch ein sehr schlaues Modell ist.
Ausserdem gibt es mittlerweile einige autofreie, genossenschaftlich organisierte Wohnprojekte bzw. Siedlungen, in denen Fahrradfuhrparks mit E-Bike, Lastenrad und Fahrradanhängern für alle Bewohner angeschafft werden. Auch das ein toller Ansatz, da für jeden Zweck das richtige Gefährt zur Verfügung steht – da wird sich in Zukunft noch einiges tun!

M-Q: Ihr produziert in München – made in Munich ist ein wichtiger Aspekt eurer Firmenphilosophie. Warum?

Hornung-Sohner: Tatsächlich steht sehr viel hinter diesem Spruch „made in munich“. Wir sind Münchner, wohnen mit unseren Familien mitten in der Stadt und haben das ganze Projekt auch aus dieser Wohn- und Lebenssituation heraus entwickelt. Die langjährige Auseinandersetzung mit unseren Umwelt- und Produktionsbedingungen, unserer Lebensweise, dem täglichen Verkehrsinfarkt, auch mit unseren Arbeitsbedingungen und vielen anderen Themen sollte – wenn man sie ernst nimmt – natürlich auch Konsequenzen haben. Eine davon ist die Bemühung um regionale Fertigung, z.B. um unnötige Transport- und Arbeitswege zu vermeiden, persönliche Kontakte zu unseren Partnerfirmen aufzubauen und zu halten, um die Qualitätskontrolle vor Ort durchführen zu können, schnelle Änderungen oder Anpassungen direkt umzusetzen, direkten Kontakt mit Händlern und Kunden zu halten und Anregungen sofort ins Produkt einfliessen zu lassen, um überlange Wertschöpfungsketten und dadurch unnötige Preissteigerungen zu vermeiden, um Kernkompetenzen und Arbeitsplätze in der Region zu halten, um unseren Kindern eine sinnvolle Produktionsmethode direkt vorzuleben und vieles mehr.

Tatsächlich kann auf diese Weise sehr viel mehr Energie direkt in das Produkt fliessen, viele Reibungsverluste und überflüssige Handelsspannen werden vermieden. Nur so ist es uns möglich, die Qualität, die wir liefern, überhaupt in den Handel zu bekommen. Wenn die Kunden realistisch nachrechnen würden, wieviel tatsächliche Produktqualität noch übrig bleibt, wenn an einem billigeren Anhänger aus China tatsächlich der Händler, der Großhändler, der Importeur und der Hersteller mitverdient haben, dann würden noch weniger Leute unser Preise als hoch bezeichnen.

Für alle Bedürfnisse den passenden Fahrradanhänger

Foto: HornungM-Q: Wie viele Modelle habt Ihr aktuell im Angebot? Und gibt es sie nur in München zu kaufen?

Hornung-Sohner: Wir haben ursprünglich 2012 mit nur einem einzigen Modell angefangen – dem Hmax. Dann hatten wir recht schnell die kleine Kompaktausgabe des Hmini (meine damals noch etwas jünger kleinste Tochter hatte sich einen kleinen Anhänger gewünscht…). Und dann kam eins zum anderen, das Thema entwickelte sich ständig weiter. Mittlerweile haben wir bereits 9 verschiedene Modelle und unzählige Ausbau- und Modellvarianten durch die Modulbauweise.

Glücklicherweise sind auch viele Radhändler Idealisten und wir sind mit unserem qualitativ sehr hochwertigen und ausbaufähigen Konzept schnell in vielen guten Radläden gelandet. Mittlerweile müssten es fast 250 Händler in ganz Europa sein, einer sogar in Südkorea.

Tatsächlich muss man unsere Produkte anfassen können, ihre Qualität und durchdachte Konstruktion vorgeführt bekommen usw., um den nicht ganz billigen Einstiegspreis zu begreifen. Dafür und auch für die kompetente Beratung und Montage sind Händler vor Ort absolut notwendig.

M-Q: Ihr bietet auch Do-it-yourself-Bastel-Kurse in Eurer Werkstatt an. Ist das ein zweites Standbein oder eher als Hobby zu verstehen?

Hornung-Sohner: Das ist tatsächlich nur Hobby. Wir wollen damit kein Geld verdienen und ich glaube, der Spaß wäre auch schnell weg, wenn man das professionalisieren würde. Aber wir haben in über 25 Jahren Handwerk natürlich vielseitigste Erfahrungen und tausenderlei Werkzeug angesammelt, so daß wirklich vieles möglich ist. Letztlich wollen wir ja einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen – dazu gehört u.a. auch Wissen und Erfahrung weiterzugeben oder z.B. Menschen jeden Alters zu ermutigen, Dinge selbst zu machen, zu reparieren usw. Das ist auf jeden Fall Bestandteil eines nachhaltigen Denkens und Lebens.

M-Q: Neben Fahrradanhängern sind Lastenräder als umweltfreundliche Transportmittel stark im Kommen. Gibt es bald das erste hinterher.com-Lastenrad?

Hornung-Sohner: Definitiv nicht. Zum Einen weil wir genug zu tun haben, die Anhänger weiterzuentwickeln – die Themen und der Spaß daran scheinen uns erstmal noch nicht auszugehen. Zum Anderen gibt es bereits zahlreiche und hervorragende Anbieter, die oft mit nur minimalen Stückzahlen arbeiten müssen. Warum sollten wir auch noch Lastenräder entwickeln, wenn mit den Hinterhers jedes Fahrrad zum Lastenrad wird?

Zusätzlich arbeiten wir mittlerweile mit einigen renommierten Lastenradherstellern zusammen, um Komplettgespanne anbieten zu können. Das ist sicher ein spannendes Thema gerade im Profibereich, weil sich sowohl die Dimensionen der transportieren Gepäckstücke enorm nach oben verschieben als auch die letzten Meter mit dem Anhänger als Handwagen gut bewältigen lassen. In großen Krankenhäusern z.B. oder innerhalb von Betrieben muss das Lastenrad eben auch an der Türe stehen bleiben – der Anhänger nicht!

Und gestalterisch ist es auch toll, wenn wir farbig aufeinander abgestimmte Gespanne auch für stilbewusste Radfahrer/innen anbieten können.

M-Q: Was steht als nächstes bei Euch an?

Hornung-Sohner: Ein ganz spannendes Projekt ist die Zusammenarbeit mit Electrail, um gemeinsam einen Schubanhänger zu entwickeln, d.h. einen Anhänger mit Elektromotor. Die zugkräftige Idee dahinter ist, daß viele Leute trotz des E-Bike-Booms gerne Fahrräder ohne Hilfsmotor fahren. Aber gerade im hügeligen Gelände und mit Anhänger kommt manch einer dann doch an seine Grenzen. Anstatt nun zwangsläufig ein (teures) E-Bike zu kaufen, wird damit auch der (deutlich preiswertere) E-Anhänger möglich. Damit hat man den Zusatzantrieb nur dabei, wenn man ihn tatsächlich braucht. Und das Ganze wird kabellos und völlig intuitiv mit Funksteuerung bedient. Ein vielversprechendes Konzept, wie nicht nur wir finden…

Wir erleben gerade, daß das gesamte Thema Mobilität umfassend neu gedacht wird und an zahlreichen Ecken weltweit ganz neue, vielversprechende Konzepte entstehen. Das steckt trotz aller Fortschritte der letzten Jahre noch völlig in den Kinderschuhen und wird im Zusammenhang mit Ökostrom und neuen E-Antrieben zu einer regelrechten Revolution der Mobilität in den nächsten 10 – 20 Jahren führen. Und darauf sind wir extrem gespannt und wollen unbedingt aktiv dabei sein!

Vielen Dank für das Interview!

Kontakt:

Peter Hornung-Sohner
Dipl. Ing. Architektur
Auenstrasse 58 | Rgb
80469 München

Fon     +49 89 201 08 74
Fon     +49 89 41 55 42 00
Email: info@hinterher.com
Web: http://www.hinterher.com

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