Besser leben ohne Plastik – Buchvorstellung

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Besser leben ohne Plastik – der Titel von Anneliese Bunk und Nadine Schubert klingt wie eine Verheißung: Besser leben, wer will das nicht? Und dann auch noch ohne Plastik! Das hört sich wirklich gut an. Den Titel, der vor wenigen Wochen auf den Markt gekommen war, habe ich zum ersten Mal auf dem Heldenmarkt durchgeblättert. Schon nach ein paar Seiten war mein Eindruck positiv. Ich wollte mehr über die Autorin und ihre praktischen Tipps erfahren. Da passte es gut, dass die Buchhandlung Buchpalast in München-Haidhausen zu einem Vortrag mit einer Vorführung einlud.

Besser leben ohne Plastik – dass die beiden Autorinnen mit dem Buch den Nerv der Zeit getroffen hatten, war mir klar. Vor wenigen Wochen hatte der verpackungsfreie Laden OHNE in Schwabing eröffnet, der sich ja auch dem plastikfreien Konsum verschrieben hat. Bei der Eröffnung war der Andrang riesengroß!

Und dieses Mal? Besser leben ohne Plastik – auch diese Veranstaltung war der Renner. In der Buchhandlung war jeder der rund 40 Plätze besetzt! Pünktlich um 19.30 Uhr ging es los: Anneliese Bunk erzählte locker und unterhaltsam, wie sie mit ihrer Familie dazu gekommen war, immer mehr Plastik in ihrem Alltag zu reduzieren. Es war vor mehr als zwei Jahren an Weihnachten: Die Geschenke waren ausgepackt und übrig blieb – neben einem Haufen Papier – ein Berg Plastik. So sollte das nicht weiter gehen!

Schritt für Schritt zu weniger Plastik

Nach und nach ersetzte die Familie immer mehr Plastikverpackungen durch Alternativen: Milch, Joghurt und Sahne aus Glasflaschen, das ist nicht schwer. Doch wie besorgt man sich Kosmetika und Reinigungsmittel, die fast nur noch in Plastikverpackungen angeboten werden? Nicht kaufen, selber machen! Plastikverpackungen vermeiden und konventionelle Produkte ersetzen, so lautet die Devise!

Anneliese Bunk mit ihrem Titel Besser leben ohne Plastik in der Buchhandlung Buchpalast in München-Haidhausen

Anneliese Bunk mit ihrem Titel Besser leben ohne Plastik in der Buchhandlung Buchpalast in München-Haidhausen

Da waren wir auch schon bei der Vorführung. Ein guter Einstieg das plastikbefreite Leben sind selbst hergestellte Reiniger. Wie man Reiniger selbst macht, zeigte Anneliese Bunk anhand eines Flüssigwaschmittels.

Besser leben ohne Plastik am Beispiel eines selbst gemachten Flüssigwaschmittels

Seit einiger Zeit mache ich mir mein Waschmittel auch selbst nach einer Anleitung aus dem Internet. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, einem „Profi“ über die Schulter zu schauen. Und, siehe da, ich habe einiges dazu gelernt.

Man nehme:

  • 1 Metalleimer
  • 1 feine Reibe
  • 1 Schneebesen
  • 1 Schöpfkelle
  • mehrere Gläser mit Schraubdeckel
  • 3 l kochendes Wasser, aufgeteilt auf je 1 Liter
  • 1/2 Stück Bio-Kernseife
  • 6 El Waschsoda
  • Duftöl

Flüssigwaschmittel selbst machen – so geht´s

  • Zuerst wird die Kernseife in den Metalleimer gerieben.
  • 1 Liter kochend heißes Wasser darauf geben und mit dem Schneebesen umrühren, bis sich die Seifenflocken aufgelöst haben. Den Eimer rund eine Stunde stehen lassen.
  • 6 El Soda dazu geben und mit 1 Liter kochendem Wasser verrühren. Anschließend 20 bis 25 Tropfen Duftöl einrühren. Den Eimer rund eine Stunde stehen lassen.
  • 1 Liter kochendes Wasser in die Masse mit dem Schneebesen einrühren. Erneut eine Stunde stehen und erkalten lassen, noch einmal mit dem Schneebesen durchrühren. Anschließend das Flüssigwaschmittel in Schraubgläser einfüllen. Fertig!

 

Das Ergebnis ist ein wunderbar duftendes Flüssigwaschmittel, das auch nach mehreren Tagen seine cremige Konsistenz behält und daher leicht dosierbar ist. Ein Volltreffer! Inzwischen habe ich das Rezept „nachgekocht“ – das Ergebnis ist jedes Mal perfekt!

Tipps: 200 ml dieses selbst gemachten Waschittels reichen für einen Waschgang. Nicht geeignet ist das Waschmittel für Wolle und Seide. Beim Waschen sollte man, um die Waschmaschine vor dem Verkalken zu schützen, pro Waschgang 1 Tl Enthärtungspulver zugeben. Wer seine Wäsche weich spülen möchte, kann, so Anneliese Bunk, 1 Tl Salz in das Fach für den Weichspüler geben.

Besser leben ohne Plastik – ist das nicht sehr viel Aufwand?

Klar ist es einfacher, wenn man sich ein Waschmittel im Drogeriemarkt kauft. Doch auch das ist Aufwand. Überzeugend erklärt die Autorin, dass man sich sehr viele Einkäufe und – damit verbunden – Schlepperei und auch Müll spart, wenn vieles selber macht. Dabei ist das Flüssigwaschmittel, das man fast nebenbei zubereiten kann, nur der Einstieg!

Solange man nur einzelne Anleitungen umsetzt, spart man, das räumt sie ein, einiges an Geld und auch Zeit. Wenn man aber anfängt, nach und nach immer mehr auf Plastik zu verzichten und z.B. Kekse und anderes Kleingebäck nur noch selbst zubereitet, kann der Aufwand doch etwas höher sein.

Am wichtigsten ist, dass man den Einstieg in einem plastikreduzierten Konsum wagt und nach und nach, soweit es die eigenen Möglichkeiten zulassen, Plastik immer mehr ersetzt – so das Credo der Autorin.

Besser leben ohne Plastik liefert jede Menge alltagstaugliche Tipps

Bei ihren Recherchen zu dem Titel Besser leben ohne Plastik hat Anneliese Bunk das Internet durchforstet und jede Menge Rezepte und Anleitungen auf ihren Nutzen und ihre Alltagstauglichkeit hin getestet und weiter verbessert. Neben allgemeinen Informationen zum Plastikverbrauch und den vielfältigen Gefahren, die damit verbunden sind, bietet das Buch Besser leben ohne Plastik daher jede Menge hilfreicher Tipps für einen Alltag mit weniger bzw. (fast) ohne Plastik.

Die Tipps richten sich vor allem an Einsteiger und reichen von einfachen Einkaufstipps bis hin zu Geschenken und Rezepten zum Nachbacken und Nachkochen, für die die Zutaten plastikfrei erhältlich sind. Besonders sympathisch finde ich die unverkrampfte Haltung der Autorin zum Thema Plastik: Für selbst gemachte Spülmittel – nicht für Lebensmittel (!) – kann und solle man seine alten Plastik-Behälter weiter benutzen.

Pfandtaschen der Buchhandlung Buchpalast in München-Haidhausen

Pfandtaschen der Buchhandlung Buchpalast in München-Haidhausen

Fazit: Der „plastikfreie“ Abend rund um den Titel Besser leben ohne Plastik
bot den Teilnehmern viele Informationen. Ohne belehrend zu wirken, konnte die Autorin mit ihrer sympathischen und undogmatischen Art bestimmt den einen oder anderen zum Nachahmen motivieren. Während der Abend bei Prosecco, den die Buchhandlung großzügig spendierte, ausklang, ging so maches Exemplar des Titels über den Ladentisch…

Doch das war nicht alles:
Bei der Buchhandlung Buchpalast ist man schon ganz auf die plastikfreie Linie eingeschwenkt. Bücher kann man sich jetzt – statt wie üblich in Plastiktüten – in selbst genähten Pfandtaschen mit nach Hause nehmen. Das Besondere daran: Die Pfandtaschen werden aus gebrauchten Stoffen, die sehr viele Kunden gespendet haben, hergestellt, z.B. aus Tagesdecken, Tischdecken, Vorhängen u.v.m. Wer Stoff übrig hat, kann ihn gerne in der Buchhandlung vorbei bringen. Und Kunden, denen die Pfandtaschen gut gefallen, dürfen sie behalten – das Pfand wird dann natürlich einbehalten!

(Text und Fotos: Birgit Kuhn)

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