beeVillage München – Bienenleben in der Stadt

0

beeVillage München möchte Münchner Bürgerinnen und Bürgern die Welt der Bienen in all ihren Facetten näher bringen. Das Projekt beeVillage wird von der regionalen Crowdfunding-Plattform place2help.org unterstützt und befindet sich aktuell in der Planungsphase. Wer und was steckt hinter der Idee eines Bienendorfes in der Stadt? Birgit Kuhn und Dr. Sofia Delgado haben mit dem Initiator Robert Krauss gesprochen.

M-Q: Sie möchten mit beeVillage ein Bienendorf in der Stadt anlegen. Was ist ein Bienendorf?

Robert Krauss: Ja, beeVillage München, ein Dorf, für Bienen in der Stadt. Ein Bienendorf ist eine Ansammlung von Bienenhäusern, der Imker sagt Beuten, die von jeweils einem Bienenvolk bewohnt werden. Ein Dorf verfügt auch immer über eine unterschiedliche Architektur für seine Bewohner und deren Aufgaben. So wollen wir auch den Bienen in Zukunft nicht nur mit optimaler Funktionalität für Ihre Entwicklung dienen, sondern auch mit einem ästhetischen Ansatz, der Ihnen gut tun soll.

M-Q: In der Stadt sind die Lebensverhältnisse für die Bienen deutlich besser als auf dem Land. Warum braucht eine Großstadt und Stadtimker-Hochburg wie München ihrer Meinung nach ein Bienendorf?

Robert Krauss: Die Bienen finden in der Stadt deutlich mehr Trachtpflanzen (Futterpflanzen) als durch die intensive Landwirtschaft immer mehr denaturierte ländliche Ebene. Die Bienen sind für das Überleben der Menschheit existentiell, hier wollen wir den Bienen und den Menschen helfen, sich in einem neuen Verhältnis, Verständnis zu finden. Der pädagogische Effekt wird in unseren beeVillage Projekten immer eine starke Gewichtung erfahren. Mensch hilft Biene – Biene hilft Mensch.

M-Q: Im beevillage München sollen Bienen in runden Bienenstöcken, so genannten Bienenkugeln, gehalten werden. Was ist der Vorteil der Bienenkugel gegenüber viereckigen Bienenbeuten wie z.B. Zander- oder Dadantbeuten?

Robert Krauss: Die Bienenkugel, als Brut- und Entwicklungsraum ist für das Bienenvolk ein optimaler Wohnplatz, da die Kugel die geometrische Form mit dem größten Volumen, aber mit der geringsten Oberfläche darstellt, so müssen die Bienen deutlich weniger Energie in das „Heizen“, Temperaturhalten im Bienenvolk aufwenden. Auch hat die Kugel eine besondere Thermodynamik, die die Feuchtigkeit im Stock besser reguliert. Im beeionic e. V. arbeiten wir darüber hinaus an einer neuen Beute, die noch mehr die natürliche Welt der Bienen im Jahreskreis berücksichtigen wird.

M-Q: Was genau verstehen Sie unter „naturgemäßer Imkerei“, die Sie mit den Bienenkugeln betreiben möchten?

Robert Krauss: Wir verstehen darunter der Biene möglichst einen Ihrer Natur entsprechenden Lebensraum einzurichten und ausschließlich mit biologischen Materialien zu arbeiten. Sollte eine Schädlingsregulation im Bienenvolk notwendig sein, wird demnach nur mit physikalischen Mitteln, besonderen synergetischen Stoffen, mit natürlichen Fressfeinden der Schädlinge oder mit ökologischen Behandlungsmitteln betreut.

Im Übrigen verschafft der Filmbeitrag in der ARD-Mediathek dem interessierten Leser einen weiteren Eindruck über das Imkern mit der Bienenkugel http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/die-bienenkugel-das-oekohaus-fuer-honigbienen-100.html

beeVillage München will mit Bienenforschungseinrichtungen zusammenarbeiten

M-Q: beeVillage ist als ein Lernort für Stadtmenschen gedacht, der die Beziehung zwischen Mensch und Biene erfahrbar macht. Was kann man im beeVillage lernen?

Robert Krauss: Im beeVillage kann man, den Zyklus der Bienen durch das Jahr begleiten und somit ein Gefühl für das Bienenleben und deren Wichtigkeit für uns Menschen entwickeln. Natürlich wollen wir den Menschen auch Informationen aus der Bienenwelt und –forschung zur Verfügung stellen und somit eine Sensibilisierung für die Bienen selbst, aber auch für Ihre Aufgaben, Ihre Produkte und deren Anwendungsmöglichkeiten für Mensch und Tier, herstellen.

M-Q: Wer wird die Lerninhalte vermitteln?

Robert Krauss: Hier werden wir mit einer oder mehrerer wissenschaftlichen Einrichtungen kooperieren. Herrn Prof. Jürgen Tautz von der Universität Würzburg konnten wir als Projekt-Beirat bereits gewinnen. Wie aus dem genannten ARD-Beitrag zu entnehmen ist, leistet Prof. Tautz mit den HOneyBee Online Studies (www.hobos.de) schon wertvolle Arbeit zu diesem Thema. Im Dorf möchten wir, wenn möglich, ein interaktives Display installieren, über das sich Besucher weitere Informationen beschaffen und Filme ansehen können. Außerdem wird es von den betreuenden beeionic-Imkern immer wieder Veranstaltungen im beeVillage geben.

M-Q: beeVillage ist in der Planungsphase. Arbeiten Sie mit regionalen Akteuren aus dem Bereich Umwelt- und Naturschutz, die sich für Bienen einsetzen, oder Imkervereinen in München zusammen?

Robert Krauss: Hierzu gibt es mehrere Ideen, die wir nach und nach mit Leben füllen wollen, da wir wissen wie wichtig die Vernetzung der einzelnen Akteure für die Zukunft ist.

M-Q: Gibt es bereits einen Standort für das geplante beeVillage München?

Robert Krauss: Es sind mehrere spannende Standorte im Gespräch, wir erwarten hier eine Entscheidung in wenigen Tagen.

M-Q: Wann soll das Projekt beeVillage München realisiert werden?

Robert Krauss: Geplant ist, zu Beginn der Bienensaison 2016 unser Bienendorf zu eröffnen.

M-Q: Wie finanziert sich beeVillage München?

Robert Krauss: beeVillage München ist auf der Crowdfunding Plattform place2help (www.place2help.org) als Projekt eingestellt, hierüber soll die Finanzierung des Projektes erfolgen.

M-Q: Brauchen Sie noch Unterstützung? Wenn ja welche?

Robert Krauss: Selbstverständlich – wir sind für jede Art von Unterstützung, die den Bienen und explizit dem beeVillage München hilft, offen. So kann beispielsweise jeder Leser auf http://www.place2help.org/muenchen/projekte/beevillage-muenchen-bienenleben-in-der-stadt/ Fan des Projektes werden. Und mit Blick auf die anstehende Fundingphase sind wir natürlich dankbar für alle Sponsoren, die helfen werden, das Projekt zu realisieren.

Vielen Dank für das Interview!

Kontakt:

beeionic e.V.
Mensch hilft Biene – Biene hilft Mensch
Robert Krauss
Postberg 20
94086 Bad Griesbach
Projektkoordination: Sven von der Reith

Tel.: 08532-920516
info@beeionic.de

http://healthbionic.de/

(Fotos: Birgit Kuhn)

Teilen.

Kommentar hinterlassen.